Cetatea Poienari, Aref / Arefu
Photos © by Andy Winkler
| Allgemeine Informationen & Geschichte | Bilder & Fotos |

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Anfahrt: |
Von Curtea de Arges nördlich über die Landstraße DN 7C durch die Dörfer
Albesti-Pamiteni und Capatineni-Ungureni. Kostenlose Parkmöglichkeit unterhalb der Ruine, rund 1500
Treppenstufen führen zu ihr hinauf (der Aufstieg dauert je nach Kondition
und Jahreszeit ca. 30-45 Minuten). |
| Besichtigung: | Tagsüber kostenpflichtig möglich (der Burghüter kommt teilweise auf die Burg nach und kassiert erst später). |
| Übernachtung: | Auf der Ruine nicht möglich. |
| Info: |
Vlad "Tepes"
Draculea soll Teile der zerfallenen Burg im 15. Jahrhundert
durch Zwangsarbeiter wieder aufgebaut und zeitweise auch darin gelebt
haben.
In Capatineni-Ungureni befindet sich das ehemalige Wohnhaus des Musikers George Stephanescu (Begründer des ersten rumänischen Konservatoriums). In den jetzt als Museum eingerichteten Räumen befindet sich ein von Architekt Victor Stephanescu im Jahre 1900 gebautes Kleinmodell der Burg. Die z.T. verwendete Schreibweise Cetatea Poeinari ist falsch. |
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Historie: Die Burg Poienari liegt in 855 m Höhe am Südhang des Fagaras-Massivs, das zur Karpatenkette gehört. Sie wurde in dem Engpass erbaut, den sich der Fluss Arges durch die Felsen gebahnt hat. Die Meinung der Spezialisten ist geteilt. Einige glauben die Burg Poienari
mit dem "castrum Argias" , das in Verbindung mit dem Feldzug, des
Ungarnkönig Karl Robert von Anjou (1308-1342) im Jahre 1330, in Urkunden
erwähnt wird, identifizieren zu können. Andere halten die Burg Poienari
für noch älter. Im 14. Jahrhundert
schenkten die Fürsten der Burg die Dörfer Capatineni und Cheiani, die ihr
unterworfen wurden. Die Größe der Dörfer beweist, dass die Fürsten der
Burg eine besondere Bedeutung beimaßen. 1453 schrieb König Ladislaus
V. Postumul den Einwohnern von Sibiu, sie sollen die Burg wieder instand
setzen. Da diese dem Wunsch nicht nachkamen, entschloss sich Vlad Tepes
(Vlad Draculea), die Burg selbst wiederherstellen zu lassen. Am 17. April
1457 ließ er in der walachisischen Hauptstadt Tirgoviste alle Bojaren
festnehmen, die gegen ihn komplottiert hatten. Zur Strafe schickte er sie
mit ihren Familien auf den Burgberg und ließ sie die Burg wieder aufbauen.
In nur einer Woche war die Burg wieder bewohnbar. Die Fürsten, die Draculea auf
den Thron folgten, benutzen die Burg zu gleichen Zwecken weiter. Unter
Basarab cel Tinar (Basarab dem Jungen, 1479-82) und Vlad Calugarul (Vlad
der Mönch, Stiefbruder Draculeas, 1482-95) war der Bojar Ratea
Festungskommandant (er ist in der ersten rumänischen Urkunde erwähnt, in
der von der Burg die Rede ist). Der nächstfolgende Fürst, Radu cel Mare
(Radu der Große, 1495-1508, ebenfalls aus der Dracul-Familie) ernannte den
Bojaren Gherghina, seinen Onkel, zum Burggrafen, der hier von 1501 bis
1507 blieb. Damals lag im Kerker der Burg der Bojar Milea, der versucht
hatte, den Thron zu stürzen. In den dreißiger Jahren des 16. Jahrhunderts gelang es den osmanischen Truppen die Kontrolle über die Walachei und 1541 auch über Transsilvanien zu gewinnen. Unter diesen Umständen kam der Fürst Radu Paisie (1535-45) dem Verlangen des Sultans nach, alle rumänischen Burgen zu schleifen und keine neuen mehr zu bauen. Er nahm Poienari 1538 den Grundbesitz und verlieh ihn dem Großbojaren Radu Furca aus Golesti, Schatzmeister der Walachei. Somit verlor die Burg ihre Funktion als Fluchtort und Verteidigungspunkt. 1552 erschien in Urkunden von Brasov mit Neagu der letzte Burggraf von Poienari. 1747 sah der Metropolit Neofit die Burg bereits in einem völlig zerstörten Zustand. Im Jahre 1969 wurden archäologische Grabungen ausgeführt. Die Mauern die direkt auf dem Felsen aufliegen, wurden freigelegt und dabei konnte man beobachten, dass die Burg anfangs nur aus einem kleinen, viereckigen, aus Stein ausgeführten Turm bestand. Um ihn herum, wurden die anderen Burgmauern und Bollwerke aus Stein und Ziegelmauerwerk ausgeführt. Theorien, dass hier einst eine ältere, dakische Burg stand, wurden widerlegt. Zwischen 1969 und 1974 wurde die Ruine restauriert. Durch das ehemalige
Burgtor gelangt man in einen 24 m langen Mauergang, in dem sich einst
Fallgitter befanden. An den Mauern sind zwei Bauweisen zu unterscheiden:
die nördliche (linke) Flusssteinmauer ist älter, sie stammt aus dem 13.
Jahrhundert. Die südliche, rechte Mauer mit Flusssteinen im unteren und
Ziegeln im oberen Teil hingegen jedoch aus dem 15. Jahrhundert. Von den
vier Seiten der Umfassungsmauer war die südliche aus dem 15. Jahrhundert
44 m lang und hatte drei zylinderförmige Basteien mit Zinnen. Die Ostseite
hatte keine Bastionen, die (größtenteils durch ein Erdbeben zerstörte)
Nordseite hatte vermutlich halbrunde Basteien, deren Anzahl sich nicht
mehr feststellen lässt. Die westliche Mauerseite mit dem Tor endete mit
einem durch Stützmeiler verstärkten, prismaförmigen massiven Turm aus dem
13. Jahrhundert. Er bildete vermutlich den Kern der Burg. Spuren von
Deckenbalken an den Innenwänden deuten darauf hin, dass er (den Keller mit
eingeschlossen) mindestens vier Stockwerke hatte. Im Turm wurden glasierte
Kacheln sowie sechseckige Ziegeln gefunden, was auf eine luxuriöse
Einrichtung schließen lässt. Das Untergeschoss diente als Verlies und zur
Aufbewahrung des Landschatzes, das Erdgeschoss als Unterkunft für die
Wachen und die oberen Stockwerke als Wohnungen für den Burghauptmann und
den Fürsten. Quelle. "Cetatea Poienari" von Maria Ciobanu, Nicolae Moisescu und Radu Stefan Ciobanu. Bucuresti, 1984
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