Castelul Martinuzzi, Vintu
de Jos
(dt. Unter-Winz / Unterwinz / Winzendorf,
ung. Alvinc)
Photo ©
Andy Winkler
| Allgemeine Informationen & Geschichte | Bilder & Fotos |

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Anfahrt: |
Zwischen Sebes und Alba Iulia. Die Ruine befindet sich nordwestlich von Vintu de Jos am Ortsausgang, in der Nähe des Marosch Flusses. Von Alba kommend die erste asphaltierte Straße rechts (Richtung Vurpar, nicht ausgeschildert); nach 500 Metern auf der linken Seite. |
| Besichtigung: | Einsturzgefahr! Nur Außenbesichtigung! Zudem wird das umgatterte Gelände als Pferdekoppel genutzt (= vermutlich Privatbesitz). |
| Übernachtung: | Keine Übernachtungsmöglichkeit in der Ruine. |
| Info: | Ehemals Klosteranlage aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Erbaut (Umbau zum Schloss) und erweitert von Nikolaus Kocsárdy und Gheorghe Martinuzzi im 16. Jahrhundert sowie durch Gabriel Béthlen im 17. Jahrhundert. |
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Historie: Im 13. Jh., bzw. vor dem Jahr 1235, betrat Vintu de Jos die schriftliche Geschichte. Bei Castelul Martinuzzi handelt es sich um eine ehemalige Klosteranlage. Ein Bericht aus dem Jahr 1552 erwähnt, dass ein Adeliger, Nikolaus Kocsárdy (oder Kozar, Kosári) genannt, das Kloster zu einem Schloss umwandelte. Kocsárdy verkaufte das Schloss an Georg Martinuzzi, Großwardeiner Bischof (Kardinal Gheorghe Martinuzzi, Guvernator von Siebenbürgen). Es ist nicht klar, unter welchen Umständen die Domäne weiter in der Herrschaft von Radu Paisie (Fürst der Walachei zwischen den Jahren 1540-1545) gelangte. Nach dem Tode des walachischen Herrschers nahm Georg Martinuzzi das Denkmal von Vintu effektiv in Gebrauch. Martinuzzis Verbesserungen widmeten sich einem Kloster, das schon seit ungefähr 200 Jahren außer Funktion war. In sechs Jahren, bis 1551, wurde das Kloster völlig zu einem wahren Schloss verwandelt, das in einer italienischen Quelle als delizioso beschrieben. Die Geschichte der Schlossherren, nach Martinuzzis Ermordung, ist ziemlich lang. Am Anfang forderte die Sächsische Universität die Herrschaft der Domäne von Vintu und Vurpar, anhand von Vorrechten aus dem 14. Jahrhundert. Die Sachsen beharrten in ihrer Forderung insbesondere bei Kaiser Ferdinand von Habsburg, Zápolyas Gegenkämpfer für die Krone Ungarns, aber die Anwesenheit des Schlosses war eine ständige Verlockung für die politische Macht des neuentstandenen autonomen Fürstentums Siebenbürgen. Im Jahr 1553, nach einem kurzen Zwischenspiel, wurde die Burg von den Leuten des siebenbürgischen Fürsten Andreas Báthory besetzt. Er war der Bote der Margarete Mailath, eine der berechtigten Erben, und beherrschte das Schloss von Vintu bis nach dem Jahr 1559. Dann folgten Gáspár Békes (1569-1575), Stephan und Kristophor Báthory (1575-1578), wiederum Margarete Mailath, inzwischen wiedervermählt mit Johannes Iffiú (1578-1594). Der Fiskus beherrschte das Schloss in den letzten Jahren des Jahrhunderts, und während diesen Zeitspanne wurde es, zwischen 1595-1597, von Aron, der verbannte Herrscher der Moldau, und dann vom logofat (Minister, Kanzler) von Mihai Viteazul (der Tapfere). In den ersten Jahren des folgenden Jahrhunderts, war Ecaterina Iffiú die letzte Herrscherin, vor den Eingriffen des Fürsten Gabriel Béthlen. Die von Georg Martinuzzi, der inzwischen zum Kardinal-Gouverneur Siebenbürgens wurde, beordneten und gestützten Wiederherstellungen waren ziemlich beeindruckend, da sie die Bewunderung fremder Besichtiger erweckten. Die archäologische Forschung widerspricht aber dem größten Teil der Annahmen der Kunsthistoriker, deren Untersuchungen sich insbesondere den noch sichtbaren Mauern gewidmet hat. Daraus geht es hervor, dass die wichtigsten Wohnräume auch weiterhin jene der östlichen und südlichen Nebengebäude des außer Funktion gesetzten Dominikanerklosters geblieben sind. Komplizierter scheint die Frage der Kirche und der Westgebäude zu sein. Was die Kirche betrifft, ist es wahrscheinlich, dass ihr Altar eine ziemlich lange Zeit, womöglich bis ins 17. Jh., unberührt blieb, als in der Nähe des alten Triumphbogens eine riesige mit Balken ausgestattete Grube für Getreidebewahrung angelegt wurde. Das Kirchenschiff wurde in kleine Zimmerchen eingeteilt, welche am besten am Ende des Sanktuariums zu sehen sind. In der Nähe der Südseite des Schiffes wurden wenigstens zwei Plätze für die Aufspeicherung der hauswirtschaftlichen Reste des Schlosses angelegt. In diesen Plätzen wurde die größte Anzahl von Stücken aus dem 16. Jh. und vom Anfang des nächsten Jahrhunderts entdeckt. Was die Nebengebäude aus dem Westen anbelangt, wurden sie verlassen und niedergerissen, indem ein neues Gebäude, von der südwestlichen Schiffecke, gleich am südlichen Rand des alten Portals, auf eine senkrechte Richtung, in einer Entfernung von 19 m, vorgezogen wurde. Die neu entstandene Innenseite des Westflügels des Béthlen-Schlosses war früher die Außenseite eines Gebäudekorps. Dort wurde die Spur eines großen Festsaals entdeckt (mit einer sicheren Breite von 9 m und einer Länge größer als 11 m). Von diesem Saal, der südwestlichen Ecke des Kirchenschiffs zu, sind zwei parallele Reihen von Räumen erschienen, mit Eingängen in Raumflucht. In den Süd- und Ostnebengebäuden des ehemaligen Klosters wurden die Innenräume frisch angelegt, und die alten Öffnungen wurden geändert. Die alten Mauern wurden demoliert und neue erhoben; ebenfalls wurden die Zugangswege verändert. Ein Raum mit Keller wurde links von der alten Kapelle platziert. Aus seinem Innern wurde eine beeindruckende Quantität von Ausschussmaterial, insbesondere Kacheln, Glasgeschirr, kleine Bronzeobjekte und Gebrauchkeramik, hervorgebracht. Was die Ornamentik dieser Bauten betrifft, erhielt sie Renaissance Profilaturen von mehreren Typen. Ein Teil davon wurde von den Erbauern des Schlosses aus dem 17. Jh. wiederbenützt, und kann noch auf der Ruine des Béthlen-Schlosses gesehen werden, was zu dem falschen Eindruck eines größeren Alters als das wirkliche führt. Auch die Ausstattung der Gebäude mit Fensteraugen wurde wiederhergestellt. Die Innenräume waren mit Kacheln verziert. Die Anzahl der Öfen und ihrer Bestandteile ist beeindruckend, sie gilt als die zahlreichste Kachelngruppe, die bis zu diesem Zeitpunkt in Siebenbürgen archäologisch entdeckt wurde. Sie beträgt fast 1500 Typen und Varianten. Informationen aus dem 16. Jh. beschreiben den Sitz von Vintu nicht nur als Schloss, sondern auch als eine Befestigung. Von archäologischem Standpunkt wurde die Befestigung des Schlosses in Form einer Doppelpalisade identifiziert, welche, in einer ziemlich kleinen Entfernung die Mauern des Klosters, wenigstens die Ost- und Südseite, umschloss. Sie bestand aus dicken, senkrecht aufgespießten Balken, in einer Entfernung von etwa 0,50 m voneinander. Die erste Reihe wurde durch eine andere, 0,50 m südlich davon gelegene Reihe verdoppelt. Die Balken der zweiten Reihe wurden in einer kleineren Tiefe hineingesteckt. Der südöstlichen Ecke des ehemaligen Klosters zu beschrieb die Balkenreihe einen rechten Winkel, so dass wir vermuten können, dass es dort einen Turm gegeben hat. Wahrscheinlich war es einer der vier Türme, die im Bericht des Italiener Ascanio Centario auftauchen. Die Palisade wurde niedergerissen, aber nicht vernichtet. In den Löchern der ehemaligen Balken wurden Kachelnfragmente aus dem 16. Jh. entdeckt. Das Ende des Schlosslebens ist durch die Eingrabung des großen Schatzes (ungefähr 1 kg Münzen und Schmuckstücke), in den letzten Jahren des 16. Jh., bewiesen. Wahrscheinlich litt es schon an den von der Errichtung auf den dominikanischen Grundmauern verursachten Beschädigungen. Das Schloss beendete seine Existenz in den Zeiten des Fürsten Gabriel Béthlen. Dieser letztere behauptete, dass er das Schloss auf neue Grundmauern gebaut hatte, aber diese Behauptung weist sich nur teilweise als richtig. In der aus seinem Befehl gravierten und vor dem Eingang des Haupttores gestellten Inschrift, rühmte sich der Fürst, dass das Werk schon im Jahr 1617 beendet war. Diese Behauptung wurde schon sowohl von den Kunsthistorikern, als auch von den archäologischen Forschungen widersprochen, welche klar zeigten, dass es sich um ein ehrgeizigeres Projekt handelte, das nur zum Teil durchgeführt wurde. Nach Béthlen, bis im 18. Jh., wurde das Schloss ständig ergänzt, ohne wahrscheinlich die von den Erbauern des Fürsten Béthlen vorgesetzten Parameter zu erreichen. Laut der archäologischen Information, Teile der alten Bauten (der Südflügel) waren 1621 noch nicht niedergerissen worden, und andere Teile (der Altar ?) blieben sichtbar noch längere Zeit. Innerhalb des Umfangs, unter einem Pflaster von Flusssteinen, wurde eine Münze aus dem Jahr 1527 gefunden, was zur Schlussfolgerung führt, dass die Bepflasterung der Höfe nicht in der Zeit der Funktionierung des Klosters, sondern in jener der Funktionierung des Palastes stattfand. Auch das späte Schloss aus dem 17.-18. Jh. bewahrt archäologische verwertbare Spuren. Wegen ihrem systematischen Wegputzen und Entfernen tauchen sie in einer geringeren Zahl auf. Am interessantesten sind einige Stücke von sicherer Habanerfaktur (Kacheln, Geschirr, Bestecke), welche von der kräftigen Kolonie von Anabaptisten, die derselbe Fürst mit erbauerischen Eigenschaften immer in Vintu de Jos nach 1621 begründen ließ, hergestellt wurden. Quelle: http://archweb.cimec.ro
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