Rumaenienburgen

 

Turnu Spart (der zerbrochene Turm) / Turnu Rosu Vechi (der alte rote Turm),
Tălmaciu (dt. Talmesch, ung. Nagytalmács), Vorort Boiţa (dt. Ochsendorf, ung. Bojca)
Photos © Andy Winkler


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Anfahrt:

Von Sibiu südlich auf der -7- / E81 über Talmaciu bis Talmaciu-Boita. Den Ort durchfahren, nach kurzer Strecke erscheint links die Turmruine. Kurz dahinter den unbefestigten Weg zum Ufer abfahren.

Besichtigung: Frei zugänglich
Übernachtung: In der Ruine nicht möglich.
Info: In manchen Quellen wird der Turnu Spart fälschlicher Weise als der rote Turm bezeichnet. Die Festung Turnu Rosu befindet sich jedoch weiter nördlich. Da beide Anlagen jedoch wahrscheinlich in Zusammenhang stehen, wird der Turnu Spart auch als "der alte rote Turm" (Turnu Rosu Vechi) bezeichnet.

Historie: Talmesch wird 1265 als dem Gräfen Konrad gehörig urkundlich erwähnt. 1318 wird sie "Tholmach" genannt. Nach der Ansiedlung der Sachsen war Talmesch das Zentrum des gleichnamigen rumänischen Stuhles. Er umfasste die Ortschaften Talmacel, Boita, Turnu Rosu, Racovita, Sebesul de Jos und Plopi (existiert nicht mehr). 1453 erhalten die Sachsen der Sieben Stühle das Grenzburgengebiet und verwalten es als Talmescher Filialstuhl bis 1867. 1989 wird die Gemeinde Talmesch zur Stadt erklärt.

Da der einzige Weg in den Süden der Südkarpaten durch Talmesch führt, wurde die Ortschaft Zeuge zahlreicher Kriegsereignisse. Hier zogen während des Krieges zwischen Trajan und Decebal die Römer hindurch; viele Einfälle der Türken Richtung Siebenbürgen verliefen auf dieser Strecke; neben Talmesch formierte Mihai Viteazul 1599 erneut seine Truppen vor der Schlacht bei Schellenberg / Selimbar. 1848 fand bei Talmesch der Kampf zwischen den Truppen des russischen Zaren und der Armee des Generals Bem statt. Dabei ging es um die Kontrolle über den Engpass des Alts. 1916 spielte sich hier der Kampf der rumänischen Armee um Hermannstadt ab.

Die Erbauung fällt vermutlich ins 14. Jahrhundert, einst bestand der massive Rundturm aus einer zusätzlichen Wehrmauer als Sperre von Fluss und Tal. Nach einer Zerstörung durch Hochwasser im Jahr 1533 wird der Turm nicht mehr gepflegt und zerfällt.

Quellen:
"Historische Stätten Siebenbürgen", herausgegeben von Harald Roth, Alfred Kröner Verlag Stuttgart
www.sibiu.hermannstadt.ro

 

 


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