Rumaenienburgen

 

Kirchenburg Sona, Sona (dt. Schönau, ung. Szépmezö)
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Hans-Erich Konnerth, mit frndl. Genehmigung


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Anfahrt:

Von Teius (zwischen Alba Iulia & Aiud) oder Copsa Mica (südwestlich von Medias) auf der -14B- bis Blaj, von dort Richtung Cetatea de Balta bis Sona.

Besichtigung: Tagsüber möglich.
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit.
Info: Der Turm ist ein Teil der Ringmauer.

Historie: Urkundlich wird der Ort erstmals 1313 erwähnt, als die Grundherren, die Grafen Daniel und Nikolaus von Kelling, das Dorf abtraten an den Woiwoden Ladislaus Kan (1294-1315). Dafür erhielten die beiden Grafen im Tausch die Gemeinde Gergeschdorf und Rothkirch im Zekeschgebiet. Schönau war eine untertänige Ortschaft im Kokelburger Komitat. Kirchlich gehörte Schönau um 1335 zum Kokler Archidiakonat und um 1565 zum Bulkescher Kapitel. Es ist möglich, dass Schönau eine Gründung der Kellinger Grafen in der Zeit König Stefans V. (1270-1272) war oder vom frommen und mächtigen Grafen Nikolaus von Talmesch gegründet wurde. Letztere These wird wissenschaftlich überzeugend in einer Studie des ehemaligen Ortspfarrers Wilhelm Capesius vertreten.

1322 verlieh König Karl Robert (1308-1342) Schönau dem Nikolaus von Talmesch, der die Ortschaft 1342 an seine Schwester Katharina und deren Ehegatten, Graf von Heltau, weitergab. In einer Steuerliste von 1335 wird der Pfarrer Syfridus von Schönau und 1397 werden mehrere Prozesse der Adligen gegen das Dorf erwähnt.
1417 schenkte Domherr Michael, Sohn des ehemaligen Vizewoiwoden Peter, die Hälfte seiner Besitzung "Zéépmezéw" mit seinem väterlichen Hof sowie die Hälfte einer an der Kokel liegenden Mühle seiner Nichte Susanna, der Gattin des Nikolaus von Kyzdy. Die andere Hälfte von Schönau schenkte Michael seinen Nichten Anna, Gattin des Nikolaus von Malmkrog und Katharina, Gattin des Stephan von Diod. Dadurch gelangte Schönau in den Besitz ungarischer Adliger. In den Jahren 1848-1869 kaufte die Gemeinde auch den letzten Herrschaftlichen Besitz für 30.000 Florin (Gulden) auf.
Um 1310 gehörten die Gemeinden Bulkesch, Schönau, Panade und Sincel irgendwie zusammen, denn sie nutzten gemeinsam die Martinskirche (sächsisch: Mearteskirch) in Schönau. Von dieser Kirche, die bereits 1252 urkundlich erwähnt wird, sind noch einige Spuren erhalten. Etwa 1450-1452 wurde sie abgetragen und eine neue Kirche errichtet. Diese Maßnahme wurde vermutlich getroffen, damit sich die kleinen Niederlassungen aus der Umgebung zu einer geschlossenen Ortschaft zusammentun und sich vor der Gefahr der Mongolen, Tataren und später Türken besser schützen konnten.

Zwei Großbrände wurden im 17. und 19. Jahrhundert erwähnt: 1654 wurde die ganze Gemeinde außer der Kirche zerstört und 1859 brannte ein Großfeuer das Dorf ab, außer der Kirche, Schule und zehn Häusern (die mit Dachziegeln gedeckt waren, und keine Strohdächer besaßen).
1657 wurde die Kirche renoviert, 1826 erhielt der Glockenturm seine heutige Gestalt. 1844-1845 wurde die Kirche umgebaut, 1847 wurde ein neuer Altar aufgestellt. 1852 ließen die Schönauer eine neue Orgel mit acht Registern bauen.
Das alte Pfarrhaus von 1696 wurde abgetragen und ein neues im Jahre 1875 errichtet. Auf der Südseite des Glockenturms wurde 1871 eine zweigeschossige Schule gebaut; aus dem Jahre 1930 stammt die neue Schule, die auch heute noch gut erhalten ist. 1910 wurden die Ringmauern nivelliert und mit Dachziegeln versehen. 1912 wird eine Turmuhr angeschafft von I.I. Fuchs und Sohn Bernburg.
Eine der erste Nachrichten über die Schule in Schönau finden wir im Lebenslauf des späteren Bürgers von Kronstadt, Daniel Nehesch Schuller, der 1606 als Pfarrersohn in Schönau geboren wurde. Er besuchte die Schule in Schönau 1616 - 1618, als ein gewisser Sutorius Schulmeister war.

Einer der bedeutendsten Pfarrer der Gemeinde war Karl Reinerth (1921-1928), Theologe und Kirchenhistoriker.
Als Hörigengemeinde führte Schönau in der Vorreformatorischen Zeit eine Zehntquarte an den Pfarrer und drei Zehntquarten an den Weißenburger Bischof ab. Nach der Reformation erhielten die Grundherren diese drei Zehntquarten und führten ihrerseits dem Fiskus einen Pachtzins ab. 1780 führte die Gemeinde Prozess gegen die Grundherren, die sich viele Übergriffe erlaubt hatten.
Vier Jahre später, 1784, vertrieben die Leibeigenen das Vieh der Grundherren von der Weide und beteiligten sich damit am Bauernaufstand unter Horia. Es war ein Beispiel der Verbundenheit zwischen den rumänischen, ungarischen und sächsischen Armen im Kampf gegen Willkür, Unterdrückung und Verletzung ihrer Rechte.

(Quelle: www.siebenbuerger.de)

 

 


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