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Historie:
Die dakische Besiedlung des
Gebietes geht bis auf das 5. und 6. Jahrhundert v. Chr. zurück, womit
diese Stätten rund 200-300 Jahre älter sind, als die bekanntesten
Dakerfestungen Rumäniens im Muntii Surean (Sureanu-Gebirge), südlich von
Orastie (dt. Broos).
Die einstige Dakerfestung von Racos befand sich auf dem (nach neuesten
Messungen 753,9 m hohen) Dealul Tipia (Tipia-Hügel) im Muntii Persani. Im
Süden und Südosten ist der Berg vergleichsweise flach, im Norden und
Nordosten fällt er steil ab. Das Plateau auf dem Hügel wurde künstlich
angelegt.
Erstmalige Grabungen unternahm der Sportlehrer Wilhelm Hausmann 1863, der
die Ergebnisse seiner Untersuchungen 1864 in der Kronstädter Zeitung
publizierte. Weitere Ausgrabungen erfolgten durch Orban Balasz, Carl Gooss,
Gábor Teglas, Iulian Martian u.a. 1979-83 folgten erneute Untersuchungen
durch Florea Costea, gezielte wissenschaftliche Ausgrabungen fanden zudem
zwischen 1989-2005 statt (u.a. von Angelica Bălos 1995-98).
Aus der Bronzezeit sind keine Spuren nachweisbar, aus der Eisenzeit
lediglich noch geringfügige. Schon vor der Herrscherzeit Burebistas
(erster König der Daker ab 82 v. Chr., *111 v. Chr., ermordet 44 v. Chr.)
waren auf dem Berg mehrere Terrassen angelegt, die durch Erdwälle gestützt
wurden. Auf diesen Terrassen befanden sich rund 75-80 Wohnungen, wobei die
größte Bebauung durch freie dakische Volksgruppen in der Schlucht und im
Tal angesiedelt war. Hierfür sprechen auch archäologische Untersuchungen
der Gegend sowie der Fund einer starken Verteidigungsmauer im Tal.
Um 82 v. Chr. unterwarf und vereinigte Burebista die dakische Bevölkerung
von Racos mit anderen dakischen Stämmen. Da sich die Daker von Racos nicht
freiwillig in das Dakerreich Burebistas einordnen wollten, zerstörte
dieser die bereits erwähnten Wohnungen auf den Terrassen. Sie wurden
eingeebnet und auf den Flächen neue Bauten errichtet, wobei die Terrassen
durch Kalksteinblocks verstärkt und von ehemals 4-7 m auf 7-15 m
verbreitert wurden. Nur eine Terrasse wurde frei gelassen, aus welchem
Grund ist nicht bekannt. Manche Terrassen wurden mit für Daker untypischen
Mauern in Sägezahnform verstärkt.
Die neuesten Bauten stammten aus der Zeit von Decebal (letzter König der
Daker ab 87 n. Chr., † durch Selbsttötung 106 n. Chr.).
Zum Bau wurden rund 11.500 m³ Gestein verwendet; überwiegend weißer
Kalkstein und Vulkangestein aus der Region, ferner Granit. Darüber hinaus
konnten Gesteinsarten nachgewiesen werden, die in der Gegend um Racos
nicht vorkommen und die somit aus entfernteren Gebieten zum Berg
transportiert worden sein müssen.
Die Steinblöcke hatten eine Größe von 30 cm bis 2,50 m, die
Steinzwischenräume waren mit Erde aufgefüllt. Umgeben war die Anlage von
einem Steinwall mit zusätzlichem Palisadenaufsatz und einem Tor im
Süd-Südosten. Das Plateau mit einer Größe von 93-94 x 22-33 m war ehemals
mit Stein bepflastert. Im Nordwesten konnten zwei große ehemalige Gebäude
nachgewiesen werden, wobei es sich vermutlich um Militärgebäude handelte.
Ein weiteres Gebäude ähnelte einem solchen der Dakerfestung Piatra Rosie
bei Luncani, nur war jenes von Racos etwas kleiner. Daneben befand sich in
Richtung Nord-Nordwesten ein Turm aus Kalkstein.
Zur Zeit von Burebista und Decebal entwickelte sich der Berg zu einem
starken spirituellen Zentrum mit wichtigen Heiligtümern (rum. Sanctuarul)
und Säulentempeln, wobei die alten Heiligtümer in den Bau von neuen mit
einbezogen wurden. Die Daker opferten hier den Göttern Fleisch; die an
Eisenhaken gehängten Fleischstücke wurden vor allem der höchsten Gottheit,
dem Zamolxis, dargebracht.
Mindestens drei Heiligtümer verschiedener Bauphasen konnten bei
Ausgrabungen nachgewiesen werden: zwei rechteckige Säulentempel sowie ein
rundes Sanktuar. Zwar war die Dakerfestung von Racos an sich nicht
sonderlich groß, doch war das runde Heiligtum nach Sarmizegetusa bei
Gradistea de Munte das zweitgrößte Rumäniens (die Wohnungen sowie die
Heiligtümer befanden sich außerhalb der eigentlichen Festungsmauern des
Plateaus auf dem Dealul Tipia).
Das ältere rechteckige Heiligtum hatte aus der ersten Bauphase 6 Reihen
aus 4 Säulen in der Ausrichtung Nordost-Südwest, im zweiten Bauabschnitt
6x10 Säulenreihen von Nordwesten nach Südosten. Ein weiteres Heiligtum aus
Vulkanstein hatte anfangs 10x4 Säulen, später 6x3 Reihen in der
Ausrichtung Nordwest-Südost.
Veränderungen und Zerstörungen erfolgten mit Beginn der römischen Provinz
Dacia 106 n. Chr. und um 220 n. Chr. sowie insbesondere um 500 n. Chr.
Letztmalig sporadisch bewohnt war der Berg im 12. - 13. Jahrhundert.
Bei topometrischen Messungen 1910 / 1920 wurden die Heiligtümer von Racos
irreparabel zerstört und historische Mauer- und Säulenreste achtlos in den
Abgrund gestürzt. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bepflanzte
man den Berg, der bis dahin als Weidefläche genutzt wurde, zum Teil mit
Wald, wodurch ein weiterer Großteil der Monumente unwiederbringlich
vernichtet wurde.
Bei Ausgrabungen fand man Keramikfragmente, Hacken, Fibula
(broschenähnlicher Schmuck als Gewandverschluss) und Eisengegenstände, die
heute im Geschichtemuseum „Casa Sfatului“ ausgestellt sind.
Des Weiteren wurden im dakischen Heiligtum von Racos Eisennägel gefunden,
die nicht rosten. Untersuchungen ergaben ein Alter von 2000 Jahren, die
Zusammensetzung besteht aus 99,97% reinem Eisen, ferner aus Magnetit,
Eisenoxyd und Aluminiumsilikaten. Weltweit sind mit der Eisenstange von
Delhi und einem Diskus aus der Mongolei nur zwei weitere Beispiele von
nicht rostendem Eisen bekannt, die von der NASA untersucht wurden.
Darüber hinaus entdeckte man dakische Eisenstücke mit einem Gewicht von
mehr als 40 Kg, obwohl es selbst den Römern nicht möglich war, in ihren
Öfen Eisenbrocken von mehr als 25 Kg zu schmelzen.
Es ist bewiesen, dass die Daker über weit reichende astronomische
Kenntnisse verfügten. Verbindet man bestimmte dakische Stätten auf der
Karte, erhält man durchgehend gerade Linien sowie dreieckige Formen. Es
wird vermutet, dass die Daker mit der geometrischen Raumeinteilung
Gestirne auf die Erdoberfläche übertrugen. Wie ihnen dies vom Boden aus
und über teils größere Entfernungen hinweg in solch exakten Formationen
möglich war, ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt.
Quellen (übersetzt aus dem Rumänischen):
www.cimec.ro/scripts/arh/cronica/detaliu.asp?k=3595
www.rupea-cohalm.ro/fileadmin/user_upload/despre_eveniment/obcult_ro_Racos.pdf
www.archweb.cimec.ro/Arheologie/expo/html/racos.html
http://old.ournet.md/~anothersite/Kgnn1/kgnn1.html
www.gk.ro/sarmizegetusa/inedite/mistere_dacice.htm
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