Rumaenienburgen

 

Cetatea Petresti, Petreşti bei Sebes (dt. Petersdorf, ung. Péterfalva)
Photo © Andy Winkler


Allgemeine Informationen  &  Geschichte Bilder  &  Fotos

Anfahrt:

Von Sebes (Kreis Alba) auf der -67C- bis Petresti. Kostenlose Parkmöglichkeiten unterhalb des Friedhofs.

Besichtigung: Frei zugänglich.
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit in der Ruine.
Info: -/-

Historie: Die Einwanderung der deutschen Siedler in dieses Gebiet erfolgte ungefähr um das Jahr 1150 unter der Herrschaft des Königs Geisa II (1141 - 1162). Wie in ganz Siebenbürgen, so wurden auch hier die Kolonisten in Ödstätten angesiedelt und stammten vorwiegend aus dem Rheinland und Franken.
Zum Schutze gegen feindliche Einfälle erbauten sich die Siedler dieses Gebietes eine Burg in Saszcor (Sasciori), die Burg auf dem heutigen Petersdorfer Friedhof sowie die Kirche samt Stadtmauer von Mühlbach. Wie alle siebenbürgischen Kirchenburgen sind auch diese Bauten Eigenschöpfungen der Siebenbürger Sachsen, geboren aus den eigenartigen Verhältnissen in der Zeit der Not. Wahrscheinlich wurde die Erbauung dieser Burgen besonders nach dem Mongoleneinfall von 1241 gefördert.

Ein weiteres Mal wurde Petersdorf im Jahre 1309 urkundlich erwähnt, als Michael, der Pleban (Pfarrer) von "Villa Petri" zusammen mit den Pfarrern Heinrich von Mühlbach, Bechthold von Kelling, Gottschalk von Winz u.a. am Zehntprozeß gegen das Weißenburger (Karlsburger) Dom-Kapitel beteiligt war.
1324 wurde eine "Villa sub Castro Petri" als Besitztum des Kellinger Gräfenhauses erwähnt. Als "Castrum Petri" wurde aber die Saszcorer Burg bezeichnet, die etwa 7 km südlich von Petersdorf auf einem Berg liegt, von der nur noch gräulich schwarze Überreste in das Tal hinabschauen, da sie der Zerstörungskunst der Mongolen, Tataren und Türken nicht standhalten konnte. In unbekannter Zeit zerstört, mahnt nur noch der Name "Saszcor" an ihre einst deutschen Besitzer. Ob der Erbauer dieser Burg, mit Petrus, nach dem Petersdorf den Namen führt, identisch ist, kann mit den bisher bekannten Urkunden nicht beantwortet werden. Letztendlich ist dann Petersdorf mit diesem Namen geblieben.

Eine weitere Urkunde besagt, dass Karl Robert, König von Ungarn, im Jahre 1317 auf Bitten der Gräfen Blafunz und Henning von Petersdorf den Andreanischen Freibrief bestätigte. Aber schon 1324 wurde der Wojewode Siebenbürgens Thomas Szeczeny gegen alles Recht zum Hermannstädter Königsrichter ernannt und ihm somit die Eigengerichtsbarkeit der Sachsen unterstellt. Da dieser ungarische Adlige einen Rechtsbruch nach dem anderen beging, wehrten sich die Sachsen und griffen zu den Waffen.
Henning von Petersdorf führte den sächsischen Heerbann an. Kampf und Opfer waren nicht vergeblich, da das ganze Volk sich daran beteiligte, und der Aufstand so an Bedeutung gewann, dass der König nach Siebenbürgen eilte und den Adel unter die Waffen rief. Die Sachsen zogen sich in die Repser Burg zurück und hielten hier ein paar Wochen lang der Belagerung des Wojwoden Thomas stand. König Karl Robert eilte nach Ungarn zurück und schickte ein Heer von Kumanen nach Siebenbürgen. Henning von Petersdorf griff diese sofort an, wurde aber geschlagen und fiel in diesem Kampf.
Trotz des Sieges sah König Karl Robert seinen Fehler ein und entzog dem Wojewoden Thomas das Richteramt. 1325 war die Ruhe wiederhergestellt.
Soweit zu den Ereignissen des Aufstandes der Siebenbürger Sachsen von 1324, wie sie in einer Urkunde von 1325 dokumentiert werden, die auch die Existenz eines Gräfenhauses "von Petersdorf" dokumentiert.

Des weiteren wurde 1368 eine Mühle in "villa Peterfallus" erwähnt, die sich im Besitz eines Klosters befand.
Im 15.Jahrhundert wurde eine Renovierung der Kirche erwähnt bzw. ihr Ausbau zu einer Kirchenburg. Diese ist bis heute auch schon zum größten Teil zerfallen. Der Raum im Inneren sowie der Außenbereich werden heute als Friedhof verwendet.

Quelle: http://petersdorf.siebenbuergen.net

 

 


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