Rumaenienburgen

 

Cetatea Odorheiu Secuiesc / Odorhei (dt. Rumpfburg, Burg der Szekleraufruhr, ung. Székelytámadt vára / Udvarhely vára / Csonka vár / Csonkavár),
Odorheiu Secuiesc / Odorhei
(dt. Odorhellen / Oderhellen / Hofmarkt, ung. Székelyudvarhely)
Photos © by Andy Winkler


Allgemeine Informationen  &  Geschichte Bilder  &  Fotos

Anfahrt:

Von Miercurea-Ciuc oder Sovata über die -13A- nach Odorheiu Secuiesc. Kostenlose Parkmöglichkeiten vor der Festung.

Besichtigung: Außenbesichtigung jederzeit möglich. Das Betreten des Areals muss zuvor beim Wächterhaus am Zugang zur Schule genehmigt werden (keine Besichtigung während der Schulzeiten).
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit.
Info: -/-

Historie: Das 1333 erstmals urkundlich erwähnte Oderhellen war Sitz des gleichnamigen Szeklerstuhls, seit Mitte des 14. Jhs fanden hier die meisten Nationalversammlungen der Szekler statt. Die Szekler aus Telegdi ließen sich hier nieder, nachdem König Endre II das Gebiet mit Sonderrechten ausstattete.

Franziskanermönche (lt. Kiss Gábor, Roth beschreibt ein Dominikanerkloster) erbauten um 1300 auf den Ruinen einer römischen Befestigung ein Kloster mit Kirche. Der Woiwode (Herrscher) Istvan (Stephan) Bathory übernahm das Anwesen gewaltsam und ließ es 1492 zur Burg ausbauen (vermutlich nicht beendet). Eine Revolution gegen Bathory 1492 endete in der Ablösung durch König Jagelló II. Ulászló.

Nach Entmachtung und Enteignung der Szekler errichtete König Johann II. Sigismund (Janos Zsigismond) 1562 zur Kontrolle der aufgebrachten Szekler zwei Festungen, eine davon war diese (Udvarhely) mit Namen "Székelytámadt vára" (= Burg der Szekleraufruhr), die andere (heute verschwunden) war "Székelybánja vára" (= trauriger Szekler / Burg der traurigen Szekler), wodurch die Szekler erniedrigt wurden. Um das Kloster erbaute Sigismund 1562-65 eine 80 x 80 m große, rechteckige Mauer mit Basteien, im alt- und neuitalienischen Stil. Nach Aufzeichnungen von 1620 hießen die Basteien Fóris, Hajdú, Bánffy und Telegdy.
Burg und Burgdomäne hatten eine eigene Gerichtsbarkeit und verkomplizierten die rechtliche und soziale Lage dadurch zusätzlich.

Mihai Viteazu erwarb das Bündnis mit den Szeklern durch das Versprechen, ihnen ihre Rechte wiederzugeben, und griff die Festung 1599 mit ihnen zusammen an. 1599-1600 wurde die Burg daraufhin von den Szeklern zerstört. Im Herbst 1600 wurde der Wiederaufbau der Festung beschlossen und 1621 unter Landesherrn Ferenc Kornis begonnen. Sie wechselte schließlich mehrmals die Besitzer. Herrscher Rákóczi György II. verkaufte das Anwesen mit zugehörigen Ländereien für 5600 Forint an Kemény Boldizsárnak.

In den großen siebenbürgischen Kriegen wurden Stadt und Burg von den Türken 1602, 1661 und 1664 mehrfach niedergebrannt und verwüstet. Nach Wiederaufbau ging die Burg durch Schenkung von Apafi Mihály an seine Frau Bornemissza Anná, Weitergabe an Szentpáli János, später Rückgabe in herrschaftlichen Besitz. 1701 erfolgte die kampflose Abgabe der Burg an die Kuruzzen. 1706 ließ Pekri Lõrinc die Mauern niederreißen, um die Festung für die Habsburger unbrauchbar zu machen, seither trägt sie den Namen "Csonka-vár" (= Rumpfburg / unvollständige Burg).

1893 wurde auf den Ruinen ein Realgymnasium errichtet, wobei ein Großteil der verbliebenen Burgmauern abgerissen wurden. Um das Schulgebäude stehen noch Mauern und Basteien, die aber zum Teil von Häusern verdeckt werden.

Quellen:
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"Historische Stätten Siebenbürgen", herausgegeben von Harald Roth, Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 2003
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Kiss Gábor: "Erdélyi várak", várkastélyok, 1990
 

 

 


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