Rumaenienburgen

 

Wehrkirche Metis (dt. Martinsdorf, ung. Martonfalva)
Photos © Andy Winkler


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Anfahrt:

Von Sibiu auf der -14- Richtung Medias / Sighisoara bis Seica Mare. Dort über Boarta, Buia und Mihaileni bis Metis.

Besichtigung: Tagsüber möglich.
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit.
Info: -/-

Historie:

Um 1278: Der von 1272-1285 regierende ungarische König Ladislaus IV. der Kumane schenkt dem Gräfen Nikolaus von Talmesch die Besitzung Martinsdorf (Gräfen = während der Ansiedlung der deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen mitgereiste Adlige).

1290: Martinsdorf wird erstmals urkundlich erwähnt.

14. Jahrhundert: Bau einer gotischen Saalkirche mit Westturm.

1414: Die Kirche wird als Heiligkreuzkirche erwähnt. Von diesem Bau ist nur der Westturm erhalten. Er hat drei Geschosse, die mit Schießscharten und Pechnasen ausgestattet sind.

Mitte des 19. Jahrhunderts: Auf einer Zeichnung von Schlichting ist zu sehen, dass die Kirchenburg zu dieser Zeit noch vollständig erhalten war. Sie hatte einen polygonalen Bering, der durch drei Türme verstärkt wurde. Im Westen der Kirchenburg war ein Zwinger vorgebaut.

1861: Die alte Kirche wird abgetragen. Durch die aus Mecklenburg eingewanderten Baumeister Neuendorf und Ernst wird die heutige evangelische Kirche errichtet.

1863: Einweihung der neuen Kirche durch Bischof Georg Paul Binder.

1898: Große Teile der Befestigung werden abgetragen.

Quelle: Hermann Fabini, "Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen", Band 1 (3. überarbeitete Ausgabe), 2002, Monumenta Verlag Hermannstadt und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg

 

  • 1272-1278: König Ladislaus IV. der Kumane von Ungarn schenkt das heutige Gebiet um Martinsdorf dem Gräfen Nikolaus von Talmesch.
     

  • 1290: Martinsdorf wird von Graf Nikolaus angelegt.
     

  • 1290-1301: Unter Andreas III., dem letzten König des Hauses Arpad, wird Martinsdorf als junge Gemeinde im Schelker Kapitel bezeichnet und damit urkundlich erwähnt.
     

  • 1318: Die Stühle Mediasch und Schelk gelten als Ausbaugebiet. 1319 sind die Rechtsverhältnisse von Martinsdorf noch nicht gefestigt. 1326 schenkt Graf Nikolaus die Besitzungen von Martinsdorf seinem Neffen Michael Paulus.
     

  • 1357: Pfarrer des Schelker Kapitels klagen um den Zehnten beim Bischof zu Weißenburg.
     

  • 1364: Magister Konya von Preßburg und der Graner Bischof, Söhne des siebenbürgischen Woiwoden Thomas, treten Martinsdorf und die benachbarte Ortschaft Gesäß im Tausch gegen Seiden und Bulkesch an den Gräfen Johann von Heltau ab.
     

  • 1373 verleiht Gregor XI. die Pfarrstelle von Zied dem Pfarrer Michael von Martinsdorf.
     

  • 1399: Johann, ein Sohn des Michael von Martinsdorf lässt sich die Verleihungsurkunde beglaubigen.
     

  • 1414: Im Streit der Pfarrer um den Zehnten spricht der Bischof von Weißenburg, Gentilis, dem Schelker Kapitel den ganzen Zehnten zu. Eine Inschrift mit der Jahresangabe 1414 auf einem Balken des Turmes belegt, daß es in dieser Zeit bereits eine steinerne Kirche mit Turm gibt.
     

  • 1458-1490: Unter König Mathias Corvinus befürchten die Adligen eine Beschränkung ihrer Rechte in Martinsdorf.
     

  • 1490-1519: Verheerende Türkenkriege, die auch Martinsdorf schwer in Mitleidenschaft ziehen.
     

  • 1520: Johann Lulay, Königsrichter von Hermannstadt, der die Besitzungen von Martinsdorf von Nikolaus Bethlen erworben hat, vererbt diese an seinen Schwiegersohn, den Sachsengrafen Markus Pempflinger.
     

  • 1521: Abgeordnete der Sieben Stühle teilen Weißendorf an die Gemeinden Almen, Meschen, Mortesdorf und Martinsdorf auf. Damit wird Weißendorf aufgelöst.
     

  • 1703-1707: Martinsdorf wird in den Kurutzenkriegen von Adligen belagert und drangsaliert.
     

  • 1738: In nur drei Monaten sterben 100 Menschen an der Pest, das Dorf zählt danach nur noch 508 Seelen.
     

  • 1787: Die Bewohner protestieren beim Gubernium gegen das Vorhaben, den Amtssitz des Oberweißenburger (Oberalbenser) Komitats nach Martinsdorf zu verlegen. 1790 erhalten sie einen abschlägigen Bescheid.
     

  • 1800 zieht die Oberbehörde des Oberalbenser Komitats endgültig in die in Martinsdorf errichteten Gebäude ein und bleibt dort bis 1849. Martinsdorf ist damit Vorort des Oberalbenser Komitats.
     

  • 1861-1863: Die alte Kirche wird abgetragen, eine neue und größere Saalkirche wird errichtet. Bei der festlichen Einweihung am 22. November 1863 wird Dr. Martin Schenker, gebürtiger Martinsdorfer, der den Vorsitz des Gustav-Adolf-Vereins in Wien inne hat, herzlich empfangen.
     

  • 1896 wird die Kirche abgetragen, die zum Teil baufällig war

Quelle: http://www.siebenbuerger.de/ortschaften/martinsdorf/

 

 


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