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Historie:
Um 1278: Der von
1272-1285 regierende ungarische König Ladislaus IV. der Kumane schenkt dem
Gräfen Nikolaus von Talmesch die Besitzung Martinsdorf (Gräfen = während
der Ansiedlung der deutschstämmigen Siebenbürger Sachsen mitgereiste
Adlige).
1290: Martinsdorf wird
erstmals urkundlich erwähnt.
14. Jahrhundert: Bau
einer gotischen Saalkirche mit Westturm.
1414: Die Kirche wird
als Heiligkreuzkirche erwähnt. Von diesem Bau ist nur der Westturm
erhalten. Er hat drei Geschosse, die mit Schießscharten und Pechnasen
ausgestattet sind.
Mitte des 19.
Jahrhunderts: Auf einer Zeichnung von Schlichting ist zu sehen, dass
die Kirchenburg zu dieser Zeit noch vollständig erhalten war. Sie hatte
einen polygonalen Bering, der durch drei Türme verstärkt wurde. Im Westen
der Kirchenburg war ein Zwinger vorgebaut.
1861: Die alte Kirche
wird abgetragen. Durch die aus Mecklenburg eingewanderten Baumeister
Neuendorf und Ernst wird die heutige evangelische Kirche errichtet.
1863: Einweihung der
neuen Kirche durch Bischof Georg Paul Binder.
1898: Große Teile der
Befestigung werden abgetragen.
Quelle:
Hermann
Fabini, "Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und
Dorfkirchen", Band 1 (3. überarbeitete Ausgabe), 2002, Monumenta Verlag
Hermannstadt und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V.
Heidelberg
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1272-1278: König Ladislaus IV. der Kumane von
Ungarn schenkt das heutige Gebiet um Martinsdorf dem Gräfen Nikolaus von
Talmesch.
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1290: Martinsdorf wird von Graf Nikolaus
angelegt.
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1290-1301: Unter Andreas III., dem letzten König
des Hauses Arpad, wird Martinsdorf als junge Gemeinde im Schelker
Kapitel bezeichnet und damit urkundlich erwähnt.
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1318: Die Stühle Mediasch und Schelk gelten als
Ausbaugebiet. 1319 sind die Rechtsverhältnisse von Martinsdorf noch
nicht gefestigt. 1326 schenkt Graf Nikolaus die Besitzungen von
Martinsdorf seinem Neffen Michael Paulus.
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1357: Pfarrer des Schelker Kapitels klagen um den
Zehnten beim Bischof zu Weißenburg.
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1364: Magister Konya von Preßburg und der Graner
Bischof, Söhne des siebenbürgischen Woiwoden Thomas, treten Martinsdorf
und die benachbarte Ortschaft Gesäß im Tausch gegen Seiden und Bulkesch
an den Gräfen Johann von Heltau ab.
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1373 verleiht Gregor XI. die Pfarrstelle von Zied
dem Pfarrer Michael von Martinsdorf.
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1399: Johann, ein Sohn des Michael von
Martinsdorf lässt sich die Verleihungsurkunde beglaubigen.
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1414: Im Streit der Pfarrer um den Zehnten
spricht der Bischof von Weißenburg, Gentilis, dem Schelker Kapitel den
ganzen Zehnten zu. Eine Inschrift mit der Jahresangabe 1414 auf einem
Balken des Turmes belegt, daß es in dieser Zeit bereits eine steinerne
Kirche mit Turm gibt.
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1458-1490: Unter König Mathias Corvinus
befürchten die Adligen eine Beschränkung ihrer Rechte in Martinsdorf.
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1490-1519: Verheerende Türkenkriege, die auch
Martinsdorf schwer in Mitleidenschaft ziehen.
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1520: Johann Lulay, Königsrichter von
Hermannstadt, der die Besitzungen von Martinsdorf von Nikolaus Bethlen
erworben hat, vererbt diese an seinen Schwiegersohn, den Sachsengrafen
Markus Pempflinger.
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1521: Abgeordnete der Sieben Stühle teilen
Weißendorf an die Gemeinden Almen, Meschen, Mortesdorf und Martinsdorf
auf. Damit wird Weißendorf aufgelöst.
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1703-1707: Martinsdorf wird in den
Kurutzenkriegen von Adligen belagert und drangsaliert.
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1738: In nur drei Monaten sterben 100 Menschen an
der Pest, das Dorf zählt danach nur noch 508 Seelen.
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1787: Die Bewohner protestieren beim Gubernium
gegen das Vorhaben, den Amtssitz des Oberweißenburger (Oberalbenser)
Komitats nach Martinsdorf zu verlegen. 1790 erhalten sie einen
abschlägigen Bescheid.
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1800 zieht die Oberbehörde des Oberalbenser
Komitats endgültig in die in Martinsdorf errichteten Gebäude ein und
bleibt dort bis 1849. Martinsdorf ist damit Vorort des Oberalbenser
Komitats.
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1861-1863: Die alte Kirche wird abgetragen, eine
neue und größere Saalkirche wird errichtet. Bei der festlichen
Einweihung am 22. November 1863 wird Dr. Martin Schenker, gebürtiger
Martinsdorfer, der den Vorsitz des Gustav-Adolf-Vereins in Wien inne
hat, herzlich empfangen.
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1896 wird die Kirche abgetragen, die zum Teil
baufällig war
Quelle: http://www.siebenbuerger.de/ortschaften/martinsdorf/
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