Kirchenburg & Stadtmauer Medias; Medias
(dt. Mediasch, ung. Medgyes)
Photos © by Andy Winkler
| Allgemeine Informationen & Geschichte | Bilder & Fotos |

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Anfahrt: |
Zwischen Sibiu und Sighisoara. Kostenlose Parkmöglichkeit vor der Kirchenburg. |
| Besichtigung: | Tagsüber möglich. |
| Übernachtung: | Keine Informationen vorhanden. |
| Info: | -/- |
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Historie:
Die ältesten archäologischen Funde auf Mediascher Boden
stammen aus der Jungsteinzeit. Aus der folgenden Bronzezeit stammt eine
gefundene Bronzesichel sowie eine kleine Axt und eine Bronzespirale. Weitere
archäologischen Funde bezeugen eine lückenlose Bewohnung des Mediascher Bodens
von verschiedenen Völkergruppen (Skyten, Kelten). Die letzteren wurden um das
Jahr 100 vor Christus von der bodenständigen Bevölkerung assimiliert und es
begann die dritte Phase der Eisenzeit, die Dakische Kultur. Auch in der
folgenden Römerzeit hatten diese Siedlungen Bestand, eine silberne Münze mit dem
Bildnis des Kaisers Antonius Pius, sowie auch andere Münzen, die auf Mediascher
Boden gefunden wurden, zeugen davon. Bekanntlich liegt in der Verschmelzung der
Römer mit den Daken die Wurzel der Entstehung des rumänischen Volkes (2. bis 4.
Jh. n.Chr.). Ab dem 10. Jh. drangen die Magyaren in das Gebiet des heutigen
Siebenbürgen ein. Die Bevölkerungsdichte soll in der Römerzeit, laut dem
Historiker Kurt Horet, eine Anzahl von fünf Einwohnern pro Quadratkilometer
betragen haben. Das bedeutet für das damalige Siebenbürgen ca. 300.000
Einwohner. In der Zeit der Völkerwanderung hat sich die Einwohnerzahl auf ca.
100.000 reduziert. Bis zur Zeit der Ansiedlung der Sachsen weilten hier Thraker,
Goten, Skyten, Kelten, Daken, Römer, Goten, Gepiden, Awaren, Bulgaren, Walachen
(heute: Rumänen), Petschenegen, und Magyaren. Der Name Mediasch wird erstmals im
Jahre 1267 erwähnt. In einer Urkunde ist festgehalten, dass der siebenbürgische
Woiwode Nikolaus vier Dörfer von König Stefan V. zurückerhält, die schon seinem
Großvater gehörten. Dieses waren: Mediasch (Medias), Fägendorf (Micasasa),
Klosdorf (Cloasterf) und Tobsdorf (Dupus). In Klammern, die rumänischen Namen.
Als 'villa Medies' in den Urkunden erwähnt, war Mediasch eine sächsische
Siedlung auf Adelsboden, deren Siedler zum größten Teil vom südlichen
Hermannstädter Raum (damals freier Königsboden) zuzogen, aber auch direkt aus
dem Reich kamen. Sie wurden von Versprechungen über Rechte und Freiheiten
angelockt. Der Anschluss der zwei Stühle, Mediasch und Schelk, an die
Hermannstädter Provinz fand später, im 15.Jahrhundert statt, zur Zeit der
Gründung der Sächsischen Nationsuniversität. Ende des 14. Jahrhunderts erfolgten
die ersten Türkeneinfällein Siebenbürgen, die sich immer öfter wiederholten.
Auch Mediasch wurde 1435 und 1438 von den Türken verwüstet. Als Folge wurde die
Kirchenburg zu einer Zufluchtsburg ausgebaut. Dieses 'Castell', erstmals 1452
erwähnt, wurde zwischen 1490 und 1534 mit Mauern ausgebaut. Die doppelte, zum
Teil dreifache Ringmauer war mit Türmen und Basteien befestigt und von einem
Wassergraben umgeben, der vom Meschner Bach gespeist wurde. Die Türme und
Ringmauern des Castells stehen heute noch. Er wurde im Jahre 1490 fertig gestellt. Dieses spätgotische Kunstwerk hat Dr. Otto Folberth in seinem Buch Gotik in Siebenbürgen - der Mediascher Altar umfassend beschrieben. Die Kirche hatte im Laufe der Jahrhunderte mehrere Orgeln, die erneuert wurden (15. und 18. Jh..) Die heutige Orgel wurde 1735 aufgestellt. Sie ist mit barocken Verzierungen geschmückt und hat mit ihren 24 Registern und über 1300 Pfeifen eine außerordentliche Klangfarbe. Das eindrucksvollste Wahrzeichen der Stadt ist der Trompeterturm. Im 13. Jh. aufgebaut, wurde er im 15.Jh. auf fünf Stockwerke erhöht und zugleich mit der Margarethenkirche1448 fertig gestellt. In der Zeit des diplomatischen Wettstreits um das Erlangen der Stadtrechte, wurde der Turm im Jahre 1550, innerhalb von nur zwei Monaten um drei auf acht Stockwerke aufgebaut. Gleichzeitig bekam er den mit verglasten Ziegeln gedeckten Turmhelm sowie die vier Ecktürme als Zeichen dafür, dass die Stadt die Hochgerichtsbarkeit besaß. Auf dem Turm hatte der Stadttrompeter seinen Wachposten. Und weil Trompete auf sächsisch 'deTramit' heißt, wurde der Turm im Volksmund 'Tramiterturm' genannt. An der Südostecke, zwischen den Uhren, steht ein hölzernes 'Stundenmännlein. Es ist der 'Turepitz', der den folgenden Stundenschlag durch Ziehen an einem Glöckchen ankündigt. Durch den Druck des 68,5 m hohen Turmes auf den Sandboden, neigte er sich langsam nach Norden zu. Er wurde 1927/30 und 1972 konsolidiert. Seine Neigung ist heute stabilisiert. Die Abweichung der Turmspitze von der Senkrechten beträgt 2,32 m. Die Legende erzählt, dass der rumänische Fürst Vlad "Tepes" Draculea (fälschlicherweise auch mit der Horrorfigur Bram Stokers, 'Dracula', gleichgesetzt) als er in Gefangenschaft des Ungarischen Königs geriet, für ein paar Tage in diesem Turm eingesperrt war. Infolge der Türkeneinfälle, wurde begonnen die Stadtbefestigung aufzubauen.
Unterstützt wurden die Mediascher dabei von den Königen Matei Corvin (Mathias
Corvinus) und Wladislaw II. durch Steuererlass. Da Mediasch Vorort der zwei
Stühle Mediasch und Schelk werden sollte, mussten auch die zugehörigen Orte
dieser Stühle durch Zufuhr von Steinen und Ziegeln beim Aufbau der Mauern
helfen. Vermutlich wurden die Befestigungsarbeiten unterbrochen. Dies kann man
daraus schließen, dass Mediasch zuerst 'Civitas' und später nur noch 'oppidum'
also Markt genannt wurde. In einer Urkunde vom 9. Januar 1477 erlaubt König
Mathias dem Markt Mediasch lediglich 32 Männer für ein Aufgebot zu stellen und
den Rest der Mannschaft zur Bewachung des Castells zurückzubehalten. Daraus kann
man schließen, dass wegen fehlenden Stadtbefestigungen das Kirchencastell
stärker bewacht werden musste. Im Jahre 1490 wurden die Arbeiten an der
Stadtbefestigung intensiviert und 1534 wurde die Ringmauer vollendet. Sie hatte
drei starke Tortürme und 19 Türme und Basteien. Davon stehen heute noch 1845 m
Stadtmauer, zwei Stadttore und sieben Türme und Basteien. Die markantesten sind:
das Forkeschgässer Tor, das Steingässer Tor, der Schmiedgässer Turm, das
Franziskanerkloster (jetzt Stadtmuseum) als Verteidigungsbau. (Quelle: http://www.marcado.de/medias/mainde.htm#HISTO )
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