Rumaenienburgen

 

Kirchenburg  Iacobeni (dt. Jakobsdorf, ung. Jakobfalva / Jakabfalva / Jacabfalva)
Photos ©
Andrea Müller, mit frndl. Genehmigung


Allgemeine Informationen  &  Geschichte Bilder  &  Fotos

Anfahrt:

Von Sighisoara Richtung Agnita, hinter Netus nach Iacobeni abfahren.

Besichtigung: Tagsüber möglich.
Übernachtung: Keine Informationen vorhanden.
Info: Die Kirche ist in Besitz der so genannten "Independent Catholic Church".

Historie: Jakobsdorf, im Dorfdialekt Giukesdref, wird von den Rumänen Jakeschdorf und nach 1920 amtlich Iacobeni / Ardeal genannt, wird 1309 erstmals urkundlich erwähnt: "Nicolaus decanus de Kozd, plebanus de villa Jakobi" vertritt das Kozder Kapitel im großen Prozess mehrerer sächsischer Dekanate gegen das Weißenburger Kapitel. Da Nicolaus Dechant der Schenker Surrogatie des Kozder Gesamtkapitels ist und einige seiner sieben Ortschaften bereits 1206 erwähnt werden, ist anzunehmen, dass Jakobsdorf mindestens ein Jahrhundert vor seiner Erwähnung gegründet wurde. Kaufurkunden und Prozessakten bleiben für die nächsten drei Jahrhunderte fast die einzigen Nachrichtenquellen. 1336 beklagen sich zwei Adlige des Hauses Apafi, Grundherren in Malmkrog und Neudorf, über "Henning de villa Jakobi", mit dem sie prozessieren, dass dieser nicht die gerichtliche Entscheidung des Streites abgewartet habe. Mit seinen "Komplizen" - es waren nicht nur Jakobsdorfer - habe Henning durch Überfälle auf die beiden Orte seiner Gegner einen Schaden von 60 Mark Silber verursacht. Bei Henning scheint es sich um einen Grafen zu handeln. In einer Urkunde von 1374 wird ein Fischteich der Gräfen von Jakobsdorf und Schönberg erwähnt - danach verschwinden die Gräfen aus der Ortsgeschichte.
1473 legt man ohne Schwierigkeiten die Hattertgrenzen zu Neithausen fest, mit dem Jakobsdorf nach Untergang der Ortschaft Michelsdorf benachbart ist. Anders mit Schönberg: Zwischen 1547 und 1636 gibt es wiederholt Grenzbegehungen durch Kommissionen der Sieben Stühle und mehrere Verhandlungen vor der Nationsuniversität. 1583 fordert der Woiwode Sigismund Bathory einen Bericht über den Stand des Streites an, 1628 sieht sich Fürst Gabriel Bethlen zum Eingreifen genötigt, 1636 lassen sich die Jakobsdorfer das (für sie ungünstige) Urteil der Nationsuniversität vom Fürsten Georg Rakoczy I. bestätigen. Der Hattertstreit ist - wohl auch weil der Jakobsdorfer Hann Petrus Orendt dabei ums Leben kommt - bis zum heutigen Tage nicht vergessen. Die zahlreichen Dokumente des Streites gewähren nicht nur Einblick in das damals geltende Recht, sondern sie enthalten auch eine Reihe von Flur- und Familiennamen, die ein umfassendes Bild der Zu- und Abwanderung jener Jahre ergeben. Friedrich Teutsch nutzte die erwähnten Schriften für seine "Beiträge zur alten Geschichte des Schenker Stuhls und der Markgenossenschaften im Sachsenland".
Jakobsdorf gehörte verwaltungsmäßig zum Schenker Stuhl. 1488, bei der ältesten, uns erhalten gebliebenen Volkszählung, war es nach Agnetheln (187 Wirte) die zweitgrößte Ortschaft des Stuhls mit 75 Wirten, 3 Armen, 1 Mühle, 1 Schule und 4 "wüsten" Höfe. Jakobsdorf behauptet diesen zweiten Platz auch bei der Volkszählung von 1532 mit 81 Wirten. Ein Jahrhundert später wird eine ganze Weinberghalde aufgegeben, wahrscheinlich aus Mangel an Arbeitskräften. Dann nimmt die Bevölkerungszahl wieder zu: 1742, 1771, 1784 und 1805 müssen die Emporen der Kirche erweitert werden.

Quelle: www.siebenbuerger.de

 

 


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