Rumaenienburgen

 

Kirchenburg Homorod, Homorod (dt. Hamruden, ung. Homoród)
Photos © by Andy Winkler


Allgemeine Informationen  &  Geschichte Bilder  &  Fotos

Anfahrt:

Von Brasov über die -13- / E60 Richtung Sighisoara / Targu Mures. In Rupea Gara rechts nach Homorod.
Oder von Sighisoara über die -13- / E60 Richtung Brasov / Bucuresti. In Rupea links, den Ort durchfahren bis Homorod.
Kostenlose Parkmöglichkeit vor der Kirchenburg.

Besichtigung: Tagsüber möglich. Kein genereller Eintrittspreis, man freut sich aber über eine Spende für die Kirchenburg (die - wie ich finde - für jeden Besucher selbstverständlich sein sollte).
Der Burghüter, der allerlei über die Kirche und den Ort zu erzählen weiß, wohnt in Hausnummer 374 (in der breiten Straße gegenüber der Kirchenburg, etwa 300 m von ihr entfernt auf der linken Seite). Da er nicht mehr gut laufen kann, ist es erforderlich, ihn zur Kirchenburg zu fahren.
Stand: August 2008
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit in der Kirchenburg.
Info: Im 15. - 17. Jh. wehrhaft ausgebaute Kirche mit Resten von schmuckvollen Wand- und Deckenfresken im kreuzgewölbten alten Chorraum.

Der offene Wehrgang im oberen Turmgeschoss ist nur mühselig über steile Treppen und z.T. unbefestigte Holzleitern zu erreichen (Trittsicherheit und festes Schuhwerk erforderlich).

Historie: In einem Verzeichnis von Kathedral-Zinszahlungen der Pfarrer des Repser Kapitels wird Hamruden um 1400 erstmals urkundlich erwähnt.

Die etwa Mitte des 13. Jahrhunderts gebaute, flach gedeckte romanische Basilika (möglicherweise auch Saalkirche) war anfangs von einem Erd- und Holzwall sowie einem Wassergraben umgeben. Der in mehreren Bauabschnitten erfolgte Umbau zur Kirchenburg begann im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts. Dem alten romanischen Chor aus dem 13. Jahrhundert wurde ein achtstöckiger, aus Bruchsteinen gemauerter Chorturm mit Schießscharten und einem holzverschalten Wehrgang als Bergfried aufgesetzt. Seine heutige Gesamthöhe beträgt 30,50 m, womit er als einer der höchsten Türme der Kirchenfestungen im Umland von Rupea (Reps) zählt. Um 1500 wurde die ursprüngliche Holzdecke des Kirchensaales durch ein gotisches Gewölbe ersetzt. Der einstige Glockenturm im Westteil mit kreuzgewölbtem Erdgeschoss wurde 1623 befestigt und erhielt ebenfalls einen Wehrgang.

Am 13. April 1623 zerstörte ein großes Feuer die Holzteile der Wehrkirche und Ringmauern. Unersetzliche Urkunden, die im westlichen Glockenturm aufbewahrt wurden, verbrannten. Drei Jahre, bis zum 17. Juni 1626, stand der Bergfried ohne Dach.
Der baufällige Nordwestturm wurde 1657 durch einen viergeschossigen, 10 m hohen, fünfeckigen Turm mit hölzernem Umlauf und Schindeldach ersetzt.

1658, als die im türkischen Auftrag einfallenden Tataren Hamruden niederbrannten, leistete die Wehrkirche erfolgreichen Widerstand. 1663 zogen Moldauer, Kosaken und Tataren marodierend durch Hamruden, ohne die Wehrkirche anzugreifen, die zu stark befestigt schien.

1792 schmolz die große Glocke bei einem erneuten Brand. Der neue Chor wurde 1784 mit dreiseitigem Abschluss im Südteil des Kirchensaals errichtet. Der Nordostturm wurde samt der Nordseite der Mauer des Viehzwingers 1899 abgetragen, die Ostseite der Zwingmauer trug man im 19. Jahrhundert zur Gewinnung von Baumaterial ebenfalls ab.

Quellen:
- "Wehrbauliche Funktion und Systematik siebenbürgisch-sächsischer Kirchen- und Bauernburgen" von Erwin Amlacher, IKGS-Verlag München.
- Hermann Fabini: "Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen", Band 1 (3. überarbeitete Ausgabe), 2002, Monumenta Verlag Hermannstadt und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg

 

 


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