Festungsruine Deva, Deva
(ung. Déva)
Photos © by Andy Winkler
| Allgemeine Informationen & Geschichte | Bilder & Fotos |

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Anfahrt: |
Anfahrt u.a. aus Richtung Arad und Sebes / Sibiu möglich. Kostenlose Parkmöglichkeiten am Burgberg, ca. 30 Minuten Aufstieg. Auffahrt bis unterhalb des ersten Tores nur mit geländegängigen Fahrzeugen möglich. |
| Besichtigung: | Jederzeit frei zugänglich. |
| Übernachtung: | Auf der Burg nicht möglich. |
| Info: | Achtung, Vipern! |
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Historie: Die Burg befindet sich im Zentrum der Stadt auf dem als Naturschutzgebiet erklärten Burgberg. Obwohl ihr Zustand im letzten Jahrhundert sehr gelitten hat, stehen ihre Mauern noch relativ gut da. Ihre ältesten Teile befinden sich auf dem Gipfel des Berges, während spätere Erweiterungen einen immer größeren Bereich darum herum einnahmen, bis die im 18. Jahrhundert errichteten Befestigungen fast den Fuß des Berges erreichten. Die Burg erreicht man, indem man entlang dieser Befestigungsmauern aufsteigt. Sie wird durch zwei aufeinander folgende Torbefestigungen geschützt. Die obere Burg besteht aus zwei Mauerringen, an die sich verschiedene Befestigungen und Gebäudeflügel anschließen. An der westlichen Seite des äußeren Mauerringes befindet sich eine aus dem 17. Jahrhundert stammende runde Bastion. Der innere Mauerring ist das älteste Bauwerk der Burg. An seiner nord-östlichen Seite befindet sich ein Torturm, an den sich ein viergeschossiger Palasflügel anschließt. Dem gegenüber liegt der zweite große Palasflügel der Burg mit einem Keller. Am nördlichen und südlichen Ende des Hofes liegen zwei massivere Gebäude (Türme?), die möglicherweise die ältesten Bauwerke der Burg sind. Eine Zisterne befindet sich an der nord-westlichen Seite des Hofes. Deva war zweifellos eine der wichtigsten Burgen Siebenbürgens, ihre Geschichte spiegelt die Geschichte dieses Landes wider. Vor 1265 fand unter der Burg eine von König Stephan dem Jüngeren geführte Schlacht gegen die durch Bela IV gegen seinen Sohn geschickten Kumanen (kunok, asiatisches Nomandenvolk) statt. In den folgenden Jahren, z.B. 1269 und 1273, schenkte Stephan die Burg einigen Teilnehmern der Schlacht zum Dank für ihre Unterstützung. Dieser Schenkungsbrief stellt die älteste schriftliche Erwähnung der Burg Deva dar. Sie stand demnach bereits 1269. Wahrscheinlich wurde sie nicht viel früher erbaut. Obwohl es aus Urkunden des 13. Jahrhunderts nicht hervorgeht, scheint die Burg nicht in Privatbesitz gewesen zu sein, sondern stand dem jüngeren König, bzw. den siebenbürgischen Woiwoden zu Verfügung. Seit Ende des 13. Jahrhunderts war sie der Mittelpunkt des Besitzes des Woiwoden Ladislaus Kan. Hier hielt er 1307 Herzog Otto gefangen, den ungarischen Thronfolger, dem er sogar die Krone abnahm. Erst 1316 gelang es König Karl I. Deva in einer Schlacht unterhalb der Burg wieder dem Woiwoden Ladislaus zu entringen und der Krone zuzuführen. Im 14. Jahrhundert war sie durchgehend im Besitz der siebenbürgischen Woiwoden, die den Burgherrn ernannten. Letztere hatten auch mehrfach den Titel des Vogts des Burgkomitats Hunyad inne, zumal die Burg die stärkste Befestigung des Komitats war. Nach Angaben aus dem Beginn des 14. Jahrhunderts bewohnte der Woiwode nicht die Burg selbst, sondern ein darunter liegendes Herrschaftshaus (domus). Hier verfertigte er seine Dokumente. Um die Burg herum entwickelte sich ein kleiner Herrschaftsbereich, der den Bezirk Deva begründete. Ein solcher Bezirk entwickelte sich in dem Komitat auch um Hunyad herum, während der bedeutendste der südlich gelegene Hatszeg-Bezirk war. In der ersten Hälfte des 15. Jahrhundert gab es keine Änderungen in den Besitzverhältnissen der Burg. Ab 1442 stand die Burg den siebenbürger Woiwoden Johannes Hunyadi und Nikolaus Ujlaki zur Verfügung. Im Jahre 1443/44 schenkte König Ulaszlo I diese bedeutende Burg Johannes Hunyadi. Doch wegen der einsetzenden Kampfhandlungen gegen die Türken 1443--44 schien daraus nichts geworden zu sein. Daher führte sie Nikolaus Ujlaki als eine seiner Burgen auf, natürlich zusammen mit dem zugehörigen Titel und Besitz. Während des folgenden Interregnums konnte lediglich die Landesversammlung Schenkungen aussprechen. So wurde letztlich die Burg doch 1447 Hunyadi zugesprochen. 1453 erhielt Ungarn in Ladislaus V einen neuen König. Da dieser die vorhergegangenen Dokumente nicht anerkannte, stellte er Hunyadi 1453 einen neuen Schenkungsbrief aus (wohl eher Lehen als Schenkung). Nach Hunyadis Tod war seine Witwe Elisabeth Szilagyi gezwungen, Deva und mehrere andere Burgen dem König zurückzugeben. Ab 1457 war Deva daher wieder königliche Burg, später finden wir sie in der Hand von Michael Szilagyi, der sie schließlich König Matthias übergab. Wie bisher wurde die Burg von den ernannten Burgherren verwaltet. Im Jahre 1490 schenkte König Ulaszlo Deva dem Woiwoden und Landesrichter (?) Stephan Bathory, der sich um die Wahl des Königs und als treuer Anhänger aus Siebenbürgen verdient gemacht hatte. Nach der Schlacht von Mohacs (als die Türken endgültig in Ungarn einfielen) hielt Johannes Szapolyai die Burg mehrfach in Händen. Nach dessen Tod war Georg Martinuzzi der eigentliche Herr, er hatte Soldaten in der Burg. (Es folgen verschiedene Besitzerwechsel, auch Stephan Dobo, der Held der Burg Eger, erhielt sie vom König als Dank für seinen Widerstand gegen die Türken in Eger.) Im Jahre 1556 sagte sich Siebenbürgen von Habsburg los. Königin Isabella verhaftete Dobo, seine Gattin setzte sie in Deva gefangen. Nach der Ausrufung von Siebenburgen als unabhängiges Fürstentum (dadurch durch die Türken nicht in gleichem Maße verwüstet wie der westliche Teil Ungarns) wird Deva fürstlicher Besitz und behütete den Schatz des Landes. Obwohl im 16. Jahrhundert der Typ der mittelalterlichen Burg nicht mehr zeitgemäß war, so war doch Deva nach wie vor die bedeutendste Befestigung des Fürstentums Siebenbürgen. Dies verdankt sie vor allem ihrer Lage, die Evlia Cselebi so charakterisierte: Es gibt in ganz Siebenbürgen keine solche Burg, die aussieht, als hätte der Allmächtige sie geschaffen. Wie der Fall Dobos Gattin zeigt, hielt man auf Deva häufig Verurteile der Landesversammlung oder des Fürstentums gefangen. 1579 starb hier als Gefangener Franz David. Die Burg war aber nicht nur Wohnstatt berühmter Gefangener, sondern auch der Gattinnen der aus Siebenbürgen geflohenen Vornehmen, wie Gabriel Bethlens Frau, als dieser vor Gabriel Bathory zu den Türken floh, so wie auch Akos Barcsai. Es war daher nicht verwunderlich, dass man die Burg wegen ihrer Bedeutung weiter befestigte. Der Titel des Burgherren wurden auch zu einer bedeutenden Auszeichnung. Wir finden unter ihnen solche wichtigen Soldaten und Mäzene, wie Franz Geszti, der das Alte Testament in die rumänische Sprache übersetzte (1582 erschienen) und in Deva eine Schule gründete. 1594 schenkte Fürst Sigismund Bathory Franz Geszti die Burg zusammen mit Radnot. Dieser begann mit dem Bau der Magna Curia am Fuße des Burgberges. Hier starb 1590 Franz Gesztis Mutter Sofie Sulyok. Er konnte seinen Besitz nur kurze Zeit genießen, da er angeblich im folgenden Jahr vergiftet wurde. 1596 gab seine Witwe Anna Horvat die Burg Sigmund Bathory zurück. Darauf war sie in dessen und Stephan Bocskais Hand, sie spielt sogar in seinem Testament eine Rolle. Er überließ sie Paul Nyar. Dieser kam jedoch nicht in den Genuss dieses Besitzes, da Sigismund Rakoczi sie als Besitz beanspruchte. 1607 war Johannes Lonyai der Burgherr. Im Jahre 1610 wurde die Burg wieder Privatbesitz, als Fürst Gabriel Bathory sie seinem treuen Gefolgsmann Gabriel Bethlen und dessen Ehefrau Susanne Karoly schenkte. Im Herbst 1612 musste Gabriel Bethlen vor dem Fürst zu den Türken fliehen, seine Frau ließ er auf der Burg und vertraute den Schutz der Burg Peter Kemeny an. Bethlen wurde im folgenden Jahr Fürst und schenkte die Burg seiner Frau 1614. Nach deren Tod geriet sie in den Besitz des Bruders des Fürsten, Stephan Bethlen. Danach erbte sie dessen Sohn Stephan der Jüngere. Dessen Ehefrau war die später als “Venus von Murany“ erwähnte Maria Szecsi. Nach dem Tod ihres Mannes heiratete sie Stephan Kun 1634. Im Lichte späterer Ereignisse wird klar, dass diese Ehe nicht auf Liebe gegründet war. Sie verließ ihren zweiten Ehemann und gab sich romantischen Abenteuern hin. Sie zog in das Herrschaftshaus. Ihr Mann setzte Soldaten ein und stürmte das Herrschaftshaus. Jedoch gelang es Maria, durch eine Hintertür auf die Burg zu fliehen. Hier konnte ihr Mann ihrer nicht mehr habhaft werden, so dass er sich zurückzog. Maria verkaufte schließlich die Burg 1640 Georg Rakoczi für 6000 Taler. Bei dieser Gelegenheit wurde auch ein ausführliches Inventar angelegt. Die Burg wurde von Georg Rakoczi 1657 an Akos Barcsai übergeben, der seinen Besitz darauf begründete. Später wurde er Fürst von Siebenbürgen. Als er das Land 1659 verlassen musste, überließ er die Burg seinem Bruder Kaspar Barcsai, Deva seiner Frau Elisabeth Szalanci. Als er ein Jahr darauf nach Siebenbürgen zurückkam, war seine Frau in Deva gestorben. In diesen Jahren war Deva, zusammen mit Burg Fogaras, Akos Barcsais sicherster Stützpunkt. Darauf kam sie in den Besitz des Fürsten Johannes Kemeny. Nach der Vertreibung der Türken aus Ungarn geriet die Burg in österreichische Hände. Im Freiheitskampf gelang es Franz Rakoczi die Burg den Kuruzen zu erobern. Die kaiserlichen eroberten sie jedoch 1706 zurück, allerdings dauerte der Kampf drei Monate lang. Im 18. Jahrhundert wurde die Burg instand gehalten und sogar weiter ausgebaut. 1717--1719 baute der österreichische Befehlshaber Graf Steinville die Burg weiter aus und modernisierte die Befestigungen. Dieser starb in Deva. Unter Graf Maximilian Ulisse Broune wurde ab 1752 weiter daran gearbeitet. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab man die Burg auf, sie wurde öffentlich versteigert, und ihre Besitzerin Franziska Pogany gab sie als Steinbruch frei. Kaiser Franz I. beendete den fortgesetzten Abbruch der Burg anlässlich seiner Reise durch Siebenbürgen und befahl ihren Wiederaufbau. Die Arbeiten dauerten 12 Jahre und kosteten 216 000 Forint. Über diese großzügige Geste gibt es eine Tafel über dem Eingang: FRANCISCUS I. RESTAURAVIT MDCCCXXIX. Deva blieb unter königlicher Herrschaft. Während der 1848-er Revolution verteidigten österreichische Soldaten die Burg. Die Ungarn konnten sie nur durch Aushungern einnehmen. Leider erfuhr die Burg während dieser kämpfe einen schweren Schlag: Am 13. August 1849 explodierte wegen der Unachtsamkeit ungarischer Soldaten ein Lager mit Schießpulver. Zahlreiche Soldaten und Burgbewohner starben. Die Reste der Truppen Bems legten fünf Tage später die Waffen nieder. Durch die Explosion war die Burg derart geschwächt, dass man sie nicht wiederherstellte. Seither wurden auch keinerlei Forschungen durchgeführt. Lediglich 1969--70 beseitigte man Schutt und machte die Burg wieder zugänglich. Quelle: www.erdelyivarak.hu; aus dem Ungarischen übersetzt von Peter Thomas.
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