Rumaenienburgen

 

Cetatea Crizbav (Heldburg / Heldenburg / Hiltwinsburg / Rote Burg),
Crizbav
(dt. Krebsbach / Krissbach, ung. Krizba)
Photos © by Andy Winkler


Allgemeine Informationen  &  Geschichte Bilder  &  Fotos

Anfahrt:

Von Brasov auf der E60 / -13- Richtung Sighisoara. Bei Feldioara links nach Crizbav.
Entweder in Crizbav parken (der Weg verlängert sich dabei um etwa 2 Km) oder an der Kirche rechts nach Cutus (Zigeunersiedlung) fahren (hinter diesem Ort endet die befahrbare Straße). Dem Weg folgen, dann links über eine Wiese auf die Berge zugehen (siehe Fotos. Es sind zwei Täler zu durchqueren). Den breiten Steilweg nach oben, nach der Linkskurve rechts auf einen verwachsenen Pfad und oben wieder rechts. Wenn der Weg sich dreiteilt links, oben steil geradeaus auf einem verwachsenen Weg. Rechtskurve bis zum Burgfelsen, daran rechts vorbei und links über einen Pfad den Felsen hoch bis zur Ruine.

Der Weg ist nur schwierig zu finden, von Cutus benötigt man etwa 2 - 2,5 Stunden. Stellenweise ist der Aufstieg sehr steil. Es gibt noch zwei weitere Wege (von Crizbav sowie von Rotbav) zur Heldenburg, diese sind nicht ganz so steil, jedoch mit etwa 2,5 - 3 Stunden Fußweg noch weiter. Bei trockenem Boden besteht die Möglichkeit, von Rotbav mit einem Geländewagen über Feldwege zu den Bergen zu fahren (von Crizbav ist dies nicht möglich, da das vorgelagerte Areal aufgrund eines Uranwerks abgesperrt ist). Im Wald um die Burg finden sich stellenweise alte Wanderwegzeichen, diese sind jedoch verwittert sowie zudem nur lückenhaft und teilweise fehlerhaft angebracht, so dass sie nur bedingt hilfreich sind. Eine ortskundige Führung ist in jedem Fall empfehlenswert.

Besichtigung: Frei zugänglich.
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit.
Info: Ehemals quadratischer Wachturm mit Umfassungsmauer und Brücke über den Burggraben.
In Crizbav selbst wird die Heldenburg (welche u.a. auch die Namen Hiltwinsburg und Rote Burg trägt) lediglich "ruinele" genannt.

Historie:

Anfang des 13. Jahrhunderts: Vermutliche Erbauung der Burg durch den Deutschritterorden (hierfür sprechen u.a. spezifische Keramikfunde aus dem mittel- und ostdeutschen Raum), der 1211 zur Stärkung der ungarischen Königsmacht ins siebenbürgische Burzenland berufen wurde. Hauptsitz des Ordens war die nahe gelegene Marienburg bei Feldioara.

Das erste Mal wird die Heldenburg in einer Urkunde von 1335 genannt. Damals erschienen vor dem Weißenburger-Kapitel - dem Landesnotariat vor allem für das südliche Siebenbürgen - die Mitglieder der Adelsfamilie Wass und gaben eine Erklärung ab, dass sie den Nikolaus Wass den Kleinern und seine Erben in seinem Besitz nicht stören wollen, „weil er in castro Heltheuin unserem König (Karl Robert von Anjou) mit Blutvergießen und dem Tod seiner nächsten treuen Diener allertreueste Dienste leistete.“ Andere Urkunden über dieses dramatische Geschehen sind bisher nicht bekannt und es ist auch zeitlich nicht genau bestimmbar.

Die zweite Urkunde stammt aus dem Jahre 1344. Es ist ein Befehl des Königs Ludwig an den siebenbürgischen Wojwoden Nikolaus, dass er die Streitigkeiten zwischen Nikolaus Wass die in der königlichen Burg „castrum Holtuen“ im Burzenland „an den Grenzen unseres Reiches gelegen, diese Burg bewahren“ und ihren Verwandten bis zur Ankunft des Königs in Siebenbürgen aufschieben solle. Der König war dann tatsächlich am 15. Juni 1344 „bei der Stadt Kronstadt“ im Zusammenhang mit dem damaligen Tatareneinfall.

In einer Urkunde von 1351 erwähnt der siebenbürgische Herzog Stephan - der Sohn König Ludwigs - eine königliche Burg im Burzenland, ohne ihren Namen zu nennen. Es kann sich aber nur um die Heldenburg handeln. Denn die Törzburg wurde erst auf Grund einer Urkunde von 1377 von den Burzenländer Sachsen errichtet, in der auch das „castrum Heltwen“ genannt wird, dessen Kastellane der König einzusetzen sich vorbehält. In der gleichen Urkunde wird auch die „Villa Heltwen“ an neunter Stelle unter den 13 sächsischen Dörfern des Burzenlandes erstmals ausdrücklich genannt.

In den Jahren 1404, 1406 und 1412 betreffend Neudorf und Hopfseifen wird das „castrum Heltwen“, „castrum Helthwen“ bzw. „castrum Heltwin“ und der Marktflecken „Hylthweschdorf“ bzw. „Hylthwedorf“ genannt.

1410 erteilt der Szeklerkomes Michael von Nadesch den Einwohnern von Marienburg (Feldioara) die Erlaubnis, einen offenen Wasserzufluss auf dem Gebiet von Krebsbach (Crizbav) herzustellen. Das ist die erste urkundliche Erwähnung des Ortes.

In einer Urkunde des siebenbürgischen Wojwoden Johannes Hunyad aus dem Jahre 1442 wird ein gewesener Kastellan von „Heltveny“ namens Antonius de Arapathaca (von Araci) erwähnt.

Ein neuer Abschnitt der urkundlichen Erwähnungen der Heldenburg beginnt mit dem Jahre 1458, als Michael Masa de Kasimir als Vizekomes der Szekler und Kastellan der Burgen Törzburg, „Heltwin“ und Königstein genannt wird. Erstmals seit dem Jahre 1377 werden Törzburg und Heldenburg unter derselben Verwaltung genannt, dazu kommt noch die erst seit 1435 - oder auch schon 1404 - urkundlich erwähnte Burg Königstein, deren genauer Standort uns nicht bekannt ist. So gab es also zu Beginn der Regierungszeit des Königs Matthias Corvinus (1458-1490) im Burzenland drei königliche Burgen, die unter der Verwaltung des Vizeszeklergrafen standen.

In einer Urkunde von 1459 wird ein ungenannter gemeinsamer Kastellan der Törzburg und der Heldenburg erwähnt, eine spätere Urkunde aus 1459 führt wiederum die Kastellane von Törzburg, Heldenburg und Königstein an.

Am 3. Juni 1460 befahl König Matthias Corvinus dem Kronstädter Stadtrat und dem Burzenland zur Versorgung der Burgen Törzburg, Königstein und „Helthwen“ Lebensmittel im Werte von hundert Goldgulden zu liefern.

Als der König im November 1462 das erste Mal in Kronstadt weilte, erwähnte er in einer Urkunde betreffend Neudorf und Hopfseifen wiederum auch die Heldenburg als Anhaltspunkt bei der Lagebeschreibung.

Als König Matthias im November 1467 sich zum zweiten Mal in Kronstadt aufhielt, befahl er den Kastellanen von Törzburg und Heldenburg (Ewlthwen) auf Grund der Klagen der Marienburger Einwohner, den Krebsbach in seinem alten Bett zu lassen.

Auch ein weiterer Befehl dieses Königs in der gleichen Angelegenheit aus dem Jahre 1471 ist an die Kastellane von Törzburg und Heldenburg gerichtet. Dies ist die letzte uns bisher bekannte Erwähnung der Heldenburg in Urkunden.

Als fünf Jahre später - 1476 - der siebenbürgische Vizewojwode Dominicus Bethlen de lktar einen Hattertstreit zwischen dem Marktflecken Marienburg und der zur Törzburg gehörende Besitzung Krebsbach zu entscheiden hatte, wo als Zeugen auch je zwölf Einwohner aus Helsdorf und Roth-bach auftraten, werden nur die Törzburger Kastellane erwähnt.

Wie der Forscher Klaus Popa vermutet, wurde die Heldenburg als aktive Befestigung aufgelassen, nachdem der Fogarascher Distrikt im Jahre 1472 den sächsischen Sieben Stühlen verliehen worden war und sie so als Grenzburg keine Bedeutung mehr hatte.

1799 stürzten zwei Seiten der Turmruine ein.

Quellen:
- www.heldsdorf.de/Links/Presse/Heldenburg/heldenburg.html, Text von Gernot Nussbächer
- „Atlas der siebenbürgisch-sächsischen Kirchenburgen und Dorfkirchen“ von Hermann Fabini, Band 1 (3. überarbeitete Ausgabe), Monumenta Verlag Hermannstadt und Arbeitskreis für Siebenbürgische Landeskunde e.V. Heidelberg, 2002
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 „Die Burgen des Burzenlandes“ von Alfred Prox. Aus: „Neue Beiträge zur siebenbürgischen Geschichte und Landeskunde“, Böhlau Verlag Köln Graz, 1962
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 „Unsere Burgen. Die Burgen des Burzenlandes“ von Dr. Friedrich Teutsch. Aus: „Jahrbuch des Siebenbürgischen Karpathen-Vereins, Hermannstadt, 1886

 

 


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