Kirchenburg
Chirpar
(dt. Kirchberg, ung. Kürpöd)
Photos ©
Andy Winkler
| Allgemeine Informationen & Geschichte | Bilder & Fotos |

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Anfahrt: |
Von Sibiu Richtung Agnita,
von dort über Vard nach Chirpar. |
| Besichtigung: | Tagsüber Besichtigung möglich. |
| Übernachtung: | Keine Übernachtungsmöglichkeit. |
| Info: | -/- |
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Historie: Chirpar wurde 1337 erstmals urkundlich erwähnt. Erbaut wurde die Kirchenburg zu Beginn des 16. Jahrhunderts, heute ist noch der West- und Ostabschnitt des die Wehrkirche umgebenden rechteckigen Berings erhalten. An den vier Ecken des Burghofs stand je ein Wehrturm. Da der Steilhang des Hügels die Süd-, Ost- und Westseite schützte, verstärkten die höchsten, mit Überladerwehrgängen versehenen Türme die Ost- und Westecken der Nordfront, wo das Gelände sich eben zur Gemeinde hin fortsetzt. Der somit gefährdeten Nordfront war ein zweiter Rechteckhof, der Zwinger, vorgelagert, an dessen Außenecken gleichfalls zwei Türme wachten. Bis 1891 stand im Hof dieser Vorburg das "alte Rathaus" an Stelle des heutigen Schulgebäudes. Fünf der ehemals sechs Wehrtürme wurden jedoch im 19. Jahrhundert abgetragen, der Südostturm, welcher halbkreisförmig vor die Wehrmauer vorsprang, ist als letzter 1968 eingestürzt. An den noch in ursprünglicher Höhe erhaltenen Mauerfragmenten verraten die Einsatzlöcher der Hängeböcke den Verlauf eines Wehrgangs, von wo aus die Schießscharten bedient wurden. Das mit einem Tonnengewölbe überführte Erdgeschoss des Nordwestturms bildete die Einfahrt in den Burghof, die mit eisenbeschlagenem Eichentor verschlossen werden konnte. Am hohen Ostgiebel des Chores sind noch die in drei Reihen übereinander liegenden Schießscharten zu erkennen, darunter das Halbkegeldach der Ostapsis. Die dreischiffige romanische Basilika von Kirchberg entstammt noch dem Anfang des 13. Jahrhunderts. Nur drei schmucklose, unprofilierte gedrungene Pfeilerpaare von rechteckigem Querschnitt trennen die drei Schiffe und tragen drei Rundbogenarkaden. Die drei Schiffe sind heute noch flach gedeckt, allerdings wurde die alte Balkendecke 1862 durch einen stuckverzierten Plafond ersetzt. Der Chor behielt sein Kreuzgratgewölbe, die Apsis ihre Halbkalotte, ebenso die ursprüngliche wabenförmige Pflasterung mit hexagonalen Ziegelsteinen, die schon zu Römerzeiten in Siebenbürgen nachweisbar ist. Sämtliche romanischen Rundbogenfenster der Basilika sind leider vergrößert und flachbogig geschlossen worden. Über dem Westende des Mittelschiffes erhebt sich der höchste Glockenturm des Harbachtals mit sieben Geschossen. Ursprünglich von den Seitenschiffen flankiert, bildete sein Erdgeschoss die typische, in drei Rundbögen in die Schiffe geöffnete überwölbte Vorhalle. In seinem zweiten Geschoss liegt die Turmempore, die sich in einer Rundbogenarkade zum Mittelschiff öffnet. In den starken Ostpfeilern führen die aus dem Mittelschiff zugänglichen Treppenstollen zur Turmempore hinauf, die Obergeschosse sind durch Balkenplattformen getrennt und waren von steingefassten Rundbogenfenstern erhellt. Im 15. Jahrhundert, als die Türkeneinfälle in Siebenbürgen zur periodisch wiederkehrenden Gefahr wurden, erfuhr auch der Kirchberger Glockenturm seine Umgestaltung zum Bergfried, als letzter Zufluchtsort der bedrängten Bauernschaft. Sämtliche Öffnungen des Turmerdgeschosses, somit auch das Westportal der Basilika, wurden zugemauert, die Fenster der Turmgeschosse durch Ziegelfüllungen zu Schießnischen mit je zwei schmalen Schlitzen verengt. Als siebentes Geschoss wurde ein auf Hängeböcken ruhender Wehrgang aufgesetzt, über dem das steile Pyramidendach aufsteigt. Die Lage der Gemeinde in einem tiefen Talkessel bedingte die außergewöhnliche Höhe des Turmes, der dem Wächter als Wachposten diente, um über die bewaldeten Kuppen der Hügel hinweg das Herannahen des Feindes rechtzeitig erspähen zu können, so dass beim Läuten der Sturmglocke die Bauern noch genügend Zeit hatten, mit Hab und Gut in die Burg zu flüchten. Zur Verteidigung des Turmfußes wurden die ihn flankierenden Teile der Seitenschiffe abgetragen. Die drei massiven, bis zum vierten Geschoss emporragenden Stützpfeiler an den Ecken und in der Mitte der Westwand wurden später aufgeführt, ebenso ein kurzer, das Gewölbe des Erdgeschosses stützender Mittelpfeiler. Der heute in der Westwand des zweiten Geschosses gelegene Eingang stammt aus jüngster Zeit. Quelle: http://kirchberg-siebenbuergen.de.tl
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