Schloss (ehemals Grenzburg) Bran, Bran
(dt. Törzburg, ung. Törcsvár)
Photos © by Andy Winkler
| Allgemeine Informationen & Geschichte | Bilder & Fotos |

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Anfahrt: |
Die Burg befindet sich etwa 25 Km südwestlich von Brasov
(Kronstadt). Zwischen Brasov (erreichbar per Zug von Bukarest, Sighisoara, Sibiu u.a.) und Bran verkehren zudem Linienbusse. |
| Besichtigung: |
Tagsüber kostenpflichtig möglich. Für rumänische Verhältnisse höherer Eintrittspreis, fotografieren kostet extra. Vor der Burg diverse Verkaufsstände (Wein, Kleidung, Handwerk und Postkarten, aber leider auch "Touristen-Nepp"). |
| Übernachtung: | Auf der Burg selbst nicht möglich, in und um Bran jedoch diverse Pensionen und Gästehäuser. |
| Info:
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Die Törzburg ist sicherlich eines der bekanntesten, meistbesuchten und am
meisten touristisch ausgeschlachteten "Draculaschlösser" in Rumänien. In Wirklichkeit hat Vlad "Tepes" Draculea (welcher Bram Stoker als Vorbild für den Vampirgrafen diente) auf der Burg jedoch nie gelebt und sie war auch nachweislich nie in seinem Besitz. Ebenso die Behauptung, Draculea sei auf Bran eine Nacht gefangen gehalten worden, ist historisch nicht belegt. Es ist lediglich wahrscheinlich, dass Draculea den unterhalb der Burg verlaufenden Pass ein- oder mehrfach genutzt hat.
Bei Bran handelte es sich um eine Grenzburg
(Transsilvanien - Walachei) aus dem 14. Jahrhundert.
Und noch ein weiteres Gerücht entspricht
nicht den Tatsachen: In manchen Quellen ist zu lesen, dass auf Schloss
Bran 1967 Teile von
Roman Polanski's Film "Tanz der Vampire" gedreht worden seien. Dies stimmt
jedoch nicht (die Außenaufnahmen von "Tanz der Vampire" entstanden im
Grödental / Südtirol und das Filmschloss wurde komplett im Studio
aufgebaut). Nach dem 2. Weltkrieg übernahm das kommunistische Rumänien die Törzburg, die am 26. Mai 2006 im Rahmen einer offiziellen Zeremonie zurück an Dominic von Habsburg (Sohn und Erbe von Prinzessin Ileana und einem Habsburger aus der toskanischen Linie) übergegeben wurde. Dies unter der Bedingung, dass das Schloss mindestens weitere drei Jahre ein für die Öffentlichkeit zugängliches Museum bleibt. Der Wert des Schlosses wurde von der rumänischen Regierung, die bei einem Verkauf Vorkaufsrechte besitzt (besaß?) und es zurück erwerben will (wollte?), auf 25 Millionen Euro veranschlagt. Laut Presseberichten will der heutige Besitzer Dominic von Habsburg mit einem Verkauf des Schlosses jedoch 60 - 100 Millionen Euro erzielen.
Der Nutzungsvertrag mit der rumänischen
Regierung läuft 2009 aus. Aktuelle Meldungen darüber, ob das Schloss
mittlerweile verkauft wurde oder nicht, bzw. wie die weitere Nutzung
aussieht, sind derzeit noch widersprüchlich. |
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Historie: Der Ort Törzburg (ehemals Turcz, lateinisch Castrum Terch) wurde 1367 erstmals urkundlich erwähnt. Die
Törzburg wurde 1377 von den Bewohnern von Brasov
(Kronstadt) und mit Genehmigung des ung. Königs Ludwig der Grosse auf dem
Felsen "Dietrichsstein" am Berg Königsstein (Piatra Craiului) erbaut. Es
handelte sich um eine Grenzburg (Zollburg) am Törzburg-Pass zur Sicherung
des Warenhandels zwischen Transsylvanien (Siebenbürgen) und der Walachei
(das Schloss selbst steht noch auf siebenbürgischer Seite). Die Burg war bis 1427 unter der Herrschaft der ungarischen Könige. Wegen der herannahenden Türkengefahr wurde die Burg den Siebenbürger Woiwoden (Wojwode = Kriegsherr / Fürst) anvertraut. König Sigismund besichtigte 1427 Bran und die Befestigungen. 1436 wurde die
Törzburg durch türkische Truppen belagert. 1498 wurde die Burg an die Stadt Brasov (Kronstadt) verpfändet. 1600 erfolglose Belagerung der Burg durch Nikolae Patrascu (Sohn Mihais), 1612 kampflose Übergabe des Schlosses an Fürst Gabriel Bathory, 1660 Eroberung der Burg durch General Mikes Mihaly. Siebenbürgen wurde 1699 infolge des Friedensschluss von Karlowitz österreichisch. Eine 5000 Mann umfassende Türkenarmee belagerte die Burg im Jahr 1789 erfolglos. Im 19. Jahrhundert nahm die Bedeutung der Burg und des Passes ab, da der höher und südlicher gelegene Predal-Pass nun zur Hauptverbindung nach Süden wurde. Im russisch-türkischen Krieg nahm die Törzburg 1878 durch militärische Beschlagnahme zum Teil starken Schaden. Nach der Wiederherstellung im Jahr 1888 (Gedenktafel) wurde im Schloss das städtische Forstamt untergebracht. Nach der Thronbesteigung Kaiser / Königs Karl I. wollte ihm Brasov (Kronstadt) die Törzburg als Huldigung schenken, doch kam es nicht mehr zum Vollzug, da 1916 rumänische Truppen in Siebenbürgen einfielen und die Burg einnahmen. Zeitgleich brach die Monarchie in Rumänien zusammen. Daraufhin schenkte Brasov das Schloss am 1. Dezember 1920 der Königin Maria, welche es restaurieren, weiß tünchen und ihren Wünschen anpassen lies. So wurde es zeitweise die Residenz der königlichen Familie. 1957 wurde Bran in ein Museum umgewandelt, in welchem Besucher noch heute das Büro des Kanzlers, den Beratungssaal, die Garnisonsräume, das Wachzimmer, einen Geheimgang mit Treppe und den (nachträglich eingerichteten) Musiksaal sowie viele originale Waffen und Möbel aus dem 16. bis 19. Jahrhundert besichtigen können. Im Schlosspark zu Füßen der Burg ist das alte Zollhaus zu sehen. Von der einstigen Vorburg auf der Südost-Seite, welche den Pass zusätzlich absperrte, stehen noch die Ruinen der mittelalterlichen Abwehrmauer. Quellen:
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