Rumaenienburgen

 

Castelul Banffy, Bontida (dt. Bruck, ung. Bonchida)
Photos © by Andy Winkler


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Anfahrt:

Von Cluj Napoca nordöstlich Richtung Baia Mare. Hinter Jucu rechts über Bahngleise nach Bontida. Kostenlose Parkmöglichkeiten vor dem Schloss.

Besichtigung: Tagsüber kostenpflichtig möglich. Das Hauptgebäude darf wegen Einsturzgefahr nicht mehr betreten werden (Stand 2006).
Übernachtung: Nicht möglich.
Info: Das Schloss wird seit mehreren Jahren saniert, wofür bereits hohe Geldsummen aufgebracht worden sind. Alleine für erste Sicherungsmaßnahmen wurden bis 2003 bereits rund 500000 Euro eingesetzt. Einen beträchtlichen Teil davon hat der britische Thronfolger Prinz Charles zur Verfügung gestellt. Die Sanierung geht jedoch langsam voran und das Hauptgebäude verfällt zusehends. Ich habe das Schloss 2003 und 2006 besichtigt (siehe Fotos), in diesen drei Jahren hat sich jedoch vergleichsweise wenig getan. Im Seitengebäude wurde ein Kulturcafe eingerichtet, welches jedoch nur zu besonderen Veranstaltungen geöffnet hat.
Castelul Banffy umfasst Baustile aus Barock, Renaissance und Neo-Gotik. Nach dem Wiederaufbau soll hier ein Zentrum zur Restaurierung und Sanierung historischer Baudenkmäler entstehen.

Historie: 1245 wurde "hydia", 1263 eine "terra Bonchyda", dem Geschlecht der Czák zugehörig, erstmals urkundlich erwähnt. Im 14. Jahrhundert war Bonchida des öfteren Sitz von Versammlungen verschiedener Komitate. Es entwickelte sich zu einem Marktflecken mit Zollrecht, Mühlen und Wochenmarkt, zeitweilig war es sogar Sitz des siebenbürgischen Fürsten.
1387 ging Bonchida in den Besitz der ungarischen Adelsfamilie Banffy von Losoncz über. Die Banffys errichteten im Laufe mehrerer Jahrhunderte das Schloss.
Im 17. Jahrhundert erfuhr es mehrere Erweiterungen im Stil der Spätrenaissance, 1680 galt es als wichtigste Festung der Umgebung. 1746-1751 kam es zum barocken Umbau (Grundriss in Hufeisenform nach Plänen von J. Fischer v. Erlach, Französischer Garten mit Skulpturen), 1776 zum Bau eines Gewächshauses.
In den 1830er Jahren folgte ein erneuter Umbau, nun im romantischen Stil (Englischer Garten mit Kapelle, Obelisk, Klause). In den 1850er Jahren wurde das Schloss an eine andere Linie der Familie, Baron Miklós Bánffy, Gespan des Unterweißenburger Komitats, verkauft. 1944 sprengten die sich zurückziehenden deutschen Streitkräfte das damals wohlerhaltene Schloss, wobei die wertvolle Bibliothek, das Archiv, das Mobiliar des 18. / 19. Jahrhunderts vernichtet und das Gebäude selbst stark beschädigt wurden. Der letzte Eigentümer, der sich als Schriftsteller betätigende Miklós (Kisbán) Bánffy, Ungarns Außenminister 1920/21, verstarb 1950.

Quelle: Historische Stätten Siebenbürgen, Alfred Kröner Verlag Stuttgart, 2003

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Das Anwesen stand viele Jahre in einem geisterhaften Ruf. Die Banffys waren talentierte Reiter und eine ihrer Töchter verliebte sich in einen verrufenen Edelmann, dessen Anliegen in der Nähe lag. Sie pflegte oft auszureiten, um sich heimlich mit ihm zu treffen. Doch einer der Stallburschen wusste von der Affäre und drohte, da er eifersüchtig war, alles ihrem Vater zu verraten. In ihrer Verzweiflung, die Romanze geheim zu halten, verführte sie den Jungen und erstach ihn, während sie noch beieinander lagen. Danach vergrub sie die Leiche auf dem Gelände. Der Geist des jungen Mannes soll über Jahre hinweg auf dem Anwesen gesehen worden sein. Es scheint, da seine Leiche nie gefunden wurde, dass seine Seele keinen Frieden findet.

Quelle: Geistersuche von Simon Marsden

 

 


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