Rumaenienburgen

 

Kirchenburg Biertan, Biertan (dt. Birthälm, ung. Berethalom)
Photos © Andy Winkler


Allgemeine Informationen  &  Geschichte Bilder  &  Fotos

Anfahrt:

Zwischen Medias und Sighisoara von der -14- nach Biertan abfahren. Kostenlose Parkplätze unterhalb der Kirchenburg.

Besichtigung: Tagsüber kostenpflichtig möglich.
Übernachtung: Pfarrer Ulf Ziegler bietet Gästezimmer an: 0269/842660 oder per Mail bk.med@xnet.ro
Info: Biertan war für fast 300 Jahre Bischofssitz der Siebenbürgen Sachsen, weshalb sie zu den bedeutendsten Kirchenburgen Transsilvaniens zählt.

Historie: Die spätestens am Anfang des 15. Jahrhunderts ausgeführten Wandmalereien in dem als Kapelle dienendem Südturm der inneren Ringmauer deuten auf eine Errichtung der Kirchenburg im 14. Jahrhundert hin. 1436 erwähnt Papst Eugen IV. in einem Schreiben an den Bischof von Siebenbürgen, dass die Kirche als Zufluchtsstätte bei Feind-Einfällen diente. 1468 erfolgte die erste urkundliche Nennung als Wehrkirchenburg.

Durch Befürwortung des ungarischen Adligen Nikolaus von Apa, welcher Besitzungen auch in Birthälm hatte, wurde dem Ort 1418 von König Sigismund das Marktrecht und die Blutsgerichtbarkeit verliehen. 1572 wird Lucas Unglerus (Ungler), Pfarrer in Birthälm, zum Superintendenten der evangelischen Gemeinden auf dem Königsboden gewählt. Auf diese Weise wurde Birthälm für fast 300 Jahre Bischofssitz der Siebenbürger Sachsen, das heißt bis 1867 (letzter Bischof war Georg Paul Binder).

Im Verlauf eines Aufstandes der Ungarn gegen Österreich, im so genannten Kuruzenkrieg (1704 - 1707) wurde die Burg zu nächtlicher Stunde von 400 Ungarn unter Janos Etsedi überfallen, Kirche und Sakristei geplündert und die im Chor befindlichen Bischofsgrüfte durchwühlt, wobei kostbares Kirchengerät und wertvolle Urkunden verloren gingen.

Der Gesamtkomplex der Kirchenburg war früher größer, was Mauerfunde beweisen.
Die steinerne Vorgängerin der heutigen Hallenkirche war baufällig geworden und Papst Bonifatius IX. erteilte 1402 die Vollmacht, Einnahmen durch Ablassgewährung zu verwenden. Dies mag im Zusammenhang mit dem Abriss der alten und dem Baubeginn der neuen Kirche gestanden haben.

Die innere der drei Ringmauern stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im 16. Jahrhundert wurde die Mauer erhöht und die Türme erhielten ihr gegenwärtiges Aussehen.

Im Nordwestteil stand eine 1783 abgetragene Bastei. Das vorgekragte Wehrbogengeschoss des Chors wurde 1803 abgetragen. Ein hölzerner Rundumlauf wurde 1880 am Südturm errichtet.

1913 wurde das Erdgeschoss des Mausoleumsturmes als Gruft eingerichtet. An den Innenwänden stellte man die Grabplatten der teils im Chor der Kirche beigesetzten Bischöfe und Pfarrherren aus. Die älteste Grabplatte stammt aus dem Jahr 1520.

Quelle: "Wehrbauliche Funktion und Systematik siebenbürgisch-sächsischer Kirchen- und Bauernburgen" von Erwin Amlacher, IKGS-Verlag München.

 

 


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