Rumaenienburgen

 

Cetatea Beiului (Terezia, Socolari, Ilidia, Ylyad, Illyéd, Illadia), Socolari
Photo © Lupescu Radu, www.erdelyivarak.hu, mit frndl. Genehmigung


Allgemeine Informationen  &  Geschichte Bilder  &  Fotos

Anfahrt:

Von Timisoara südlich auf der -59- / E70, in Voiteg auf die -588- Richtung Resista. Von dort weiter auf der -58- bis Anina, auf der -578- bis Oravita. Anschließend die -578- / -57- verlassen und südlich über Ciclova Romania und Ilidia bis Socolari. Den Ort Richtung Südosten durchfahren, kurvigem Pfad folgen bis rechts unterhalb der Ruine.

Besichtigung: Frei zugänglich.
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit in der Ruine.
Info: -/-

Historie: Die südlichste Burg, die zur Verteidigung Temeschburgs (Timisoaras) diente, war die Burg Ilidia (auch Ylyad, Illyéd oder Illadia genannt). Sie stand auf einer Anhöhe der südwestlichen Ausläufer der Aninaer Berge, und zwar auf dem aus der Ebene hervorragenden Hügel „Coruna“. Von der nahe gelegenen Ortschaft Socolari (ung.: Szokolár) trennte sie nur 5 km, aber von Temeschburg 105 km. Der Hügel ist vom Bach Ilidia und von seinen zwei Nebengewässern  umgeben.

Auch im Zusammenhang mit dieser Burg werden mehrere Sagen erzählt. Franz Engelmann erzählt wieder die Legende von den burgbauenden Schwestern, diesmal waren es aber drei, die zum Austausch der Sandsiebe Riesen einsetzten, da diese die Donau mit einem Schritt überqueren konnten. Derselbe Autor erzählt auch eine Legende über den berühmten Heiduckenführer des Banats Adam Neamtul („Adam der Deutsche“). Auf dieser Burg hatte der gekündigte Dorflehrer aus Saska geschworen, das Leid der Bauern zu rächen. Sein Versteck soll er in einer Höhle oberhalb von Rumänisch-Tschiklowa (amtlich: Ciclova Româna) bei Orawitz gehabt haben, und das Gold, das er den Adligen raubte, soll er auf der „Custura“ vergraben haben. Es soll so viel Gold gewesen sein, dass es „zweimal neun Pferde kaum tragen konnten“. In der von Dr. Theodor N. Trâpcea erzählten Legende soll das Wasser des Baches Ilidia gestaut worden sein, so dass ein See entstanden ist. Mit dem Boot konnte man auf diesem die imaginäre Burg „Das Auge des Beys“ (rum.: Ochiul Beiului) erreichen. Eine weitere Legende behauptet, dass Ilidia durch Feuersignale mit den Burgen Werschetz, Kraschowa und Betsche (ung.: Becse) in Kontakt stand. Nach der geographischen Lage dieser Burg könnte in dieser Legende ein wenig Wahrheit stecken, da man von der Spitze des „Coruna“-Hügels mehrere Dörfer überblicken kann und sogar den Ausblick bis zur Donau hat.

Schon für Engelmann gab es aber ein Dilemma. Da rumänische Forscher um die Jahrhundertwende 1899/1900 auch eine Burg „Socolari“ ins Gespräch brachten, stellte er sich die Frage: „Socolari oder das benachbarte Ilidia?“. „Die Geschichte kennt nur Ilidia“, beantwortete er für sich diese Frage mit der Schlussfolgerung Frigyes (Friedrich) Pestys. Auch Luminita Munteanu-Dumitriu vertrat 1988 die These, dass es nicht nur die Burg „Ilidia“ aus der Nähe von Socolari gab, sondern auch ein „Kastell des Knesen von Ilidia“. Dieses „Kastell“ soll in der Nähe des heutigen Dorfes Ilidia auf der Spitze des Hügels „Oblita“ gestanden haben. Bei Ausgrabungen, die hier durchgeführt wurden, kam hier ein rechteckiges steinernes Fundament zum Vorschein, dessen Maße 32 x 16,5 Meter betrugen. Der eigentliche Bau soll aus Holz gewesen und vom hiesigen (walachischen) Knesen bewohnt worden sein. Weitere Angaben über diesen Bau sind nicht bekannt. Man vermutet nur, dass das „Kastell“ im 13. – 14. Jahrhundert hier stand.

Die Burg Ilidia aus der Nähe des heutigen Dorfes Socolari stand auf der flachen Spitze des Hügels mit steilen Wänden und war nur über einen schmalen Pfad zugänglich. Vor etwa 20 Jahren war von diesem Wehrbau nur noch ein Teil einer 20 Meter langen Mauer übrig geblieben. Einige Jahre zuvor stand auch noch eine zweite Mauer, die inzwischen eingestürzt ist. Die Mauern waren 2 Meter dick und aus ... römischen (!) Ziegeln gebaut. Laut Dr. Trâpcea stammen diese von einer römischen Festung, die auf dem Boden der heutigen Ortschaft Socolari gestanden haben soll.

Zum ersten Mal wurde die Burg Ilidia 1223 als „possesio regalis“, also als königliche Burg erwähnt, die dem Severiner Banus untergeordnet war. Laut Pesty ist es dokumentarisch belegt, dass 1325 Szeri Pósa hier Burgvogt (castellanus de Sebus et Elyed) war. Es ist auch belegt, dass 1378 die Knesen die Einnahmen ihrer Dörfer an die Burg Ilidia (Castro de Elyad) abgeben mussten. Dr. Trâpcea schreibt, dass im 14. und 15. Jahrhundert die Burg von mehreren walachichen Dörfern umgeben war. Ihre Zahl wurde auch von Nikolaus von Redwitz auf 126 geschätzt. Er berichtete 1430 bei der Übernahme der Burg vom Deutschen Ritterorden: „Das huws Ylied mit siener czuhorunge hat 126 knesien, 450 puwern, etc.“. All diese waren nun dem Ritterorden unterstellt.

Kurz vor der Übergabe ist die Burg am 24. und 25. August 1428 von König Sigismund besucht worden. Da er in der Umgebung Maßnahmen zur Verteidigung des Landes gegen die Türken getroffen hatte, hielt sich der König auch am 28. August, wie auch am 7., 8., 11. und 12. September auf der Burg auf. Laut Munteanu-Dumitriu wurde 1454 die Burg als „castrum Ilyed“ und als Residenz des „walachischen Distriktes Ilidia“ in Urkunden erwähnt. Im Rahmen der Vorbereitungen der Türken für die Eroberung Temeschburgs ist Ilidia 1551 zum ersten Mal von den Türken gestürmt worden. Beglerbeg Mohamed eroberte zuerst die Burgen, die auf seinem Weg lagen, und dazu gehörte auch die Burg Ilidia. Nach ihrer Besetzung überließen die Türken den Wehrbau dem siebenbürgischen Fürsten mit der Bedingung, dass sie keine Besatzung mehr beherbergen durfte. 1658 zogen die Türken  für eine längere Zeit selbst in die Burg ein. Mit der Zeit verfiel danach  die verlassene Burg Ilidia, bis sie vom Laub der Wälder überdeckt und von Legenden umsponnen, die Bühne der Geschichte für immer verließ.

Quelle: Anton Zollner, www.banater-aktualitaet.de

 

 


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