Rumaenienburgen

 

Cetatea Drenko (Dranko), Drencova (dt. Drenkowa, ung. Drankó)
Photos © by Andy Winkler


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Anfahrt:

Von Orsova auf der -57- Richtung Moldova Noua. Die Ruine steht etwa 2 Km vor Drencova inmitten der Donau, Parkmöglichkeiten befinden sich oberhalb dieser am Straßenrand.

Besichtigung: Nur Fernansicht möglich.
Übernachtung: Keine Übernachtungsmöglichkeit.
Info: Zwischen Bazias und Orsova gibt es nach heutigem Stand der Erkenntnisse am nördlichen Uferverlauf der Donau  zudem sieben bekannte Ausgrabungen dakischer Befestigungsanlagen.

Historie: Die Burg wurde vermutlich nach 1419 als Grenzbefestigung erbaut. 1429-35 war sie in Besitz des Deutschen Ritterordens, 1437 gehörte sie Frank Tallóci Szörényi. Die Ruinen der Burg Drenkowa konnten 1970 etwa 71 km stromaufwärts von Orschowa noch gesehen werden. Die Baureste befanden sich unmittelbar am Donauufer, so dass die Donauwellen bei einem höheren Wasserstand die Grundmauern der Burg berühren konnten. Durch die Errichtung des Staudamms beim „Eisernen Tor“-Pass ist 1970-72 auch hier der Wasserspiegel des Stroms gestiegen, so dass die Burgruinen größtenteils überflutet wurden.

Der verstorbene Historiker Theodor N. Trâpcea beschreibt in einer Dokumentation den Wehrbau wie folgt: „Die Burg hatte eine viereckige Form mit den Maßen 25 x 21 m. Die Wehranlage, deren Mauern 1,50 m dick waren, hatte eine Höhe von 15 m. Aus den Bauresten war ersichtlich, dass die Burg über einen Wachturm verfügte. Am oberen Teil des Baus sind noch die Schießlöcher für Bogenschützen und Kanonen erkennbar. Die zur Donau weisende Seite ist in hohem Maße zerfallen“. Aus dem umgebenden Terrain war vor der Überflutung erkennbar, dass die Burg von einem Wassergraben umgeben war. Da die Burg an der engsten Stelle zwischen den süd-westlichen Almascher Bergen und der Donau stand, konnte man von ihr aus den ganzen Engpass überwachen.

Dr. Trâpcea spekulierte auch über die Herkunft des Namens der Burg, wobei er wahrscheinlich zu einer falschen Schlussfolgerung gekommen war. Er behauptete, dass die Drenkowaer Burg bei ihrer Übernahme seitens des Deutschen Ritterordens Stanilauti hieß. Für die Herkunft des heutigen Namens sollen es laut dem Historiker zwei Varianten gegeben haben. Entweder stammt der Name Drenkowa (Drencova) vom letzten Besitzer, dem Walachen Drincu oder vom slawischen Wort „dren“, was auf Deutsch Kornelkirsche bedeutet.

Zur Geschichte der Burg konnte Dr. Trâpcea weder etwas über die Zeit ihrer Errichtung noch über ihren Untergang aussagen. Dokumentarisch wurde sie zum ersten Mal erwähnt, als sie vom Deutschen Ritterorden übernommen wurde. Laut dem rumänischen Autor soll ihre Garnison 1429 aus 32 Soldaten und vier Schützen bestanden haben. Nach ihm konnte der Namenswechsel von Stanilauti auf Drenkowa 1432 erfolgt sein, da der erstere nach der völligen Zerstörung der Burg durch die Türken niemals mehr erwähnt wurde.

Meines Erachtens sind „Stanilauti“ und „Drenkowa“ zwei verschiedene Burgen. Dies kann man auch aus dem Bericht vom 24 Februar 1430 des Hochmeisters Nikolaus von Redwitz leicht erkennen. In dieser Urkunde sind sowohl die Burg „Staniloucz“ (auch als „Stanilocz und Stanilovcz genannt) als auch die Burg „Dranko“ erwähnt worden, was die Existenz von zwei unterschiedlichen Burgen bestätigt. Die erstere hatte damals eine Besatzung, die aus „32 personen und 4 schutzen“ bestand, während die Burg „Dranko“ über „24 personen und 4 schutzen“ verfügte. Wenn man noch beachtet, dass die Burg „Drenkowa“ 36 km von der Burg „Zinice“ (oder „Trikule“?) entfernt war, kann man sich leicht vorstellen, dass es zwischen den zwei genannten Burgen eine dritte gegeben haben muss, möglicherweise die Burg „Stanilocz“ („Stanilauti“). Es ist auch anzunehmen, dass diese 1432 von den Türken völlig zerstört wurde.

Dr. Trâpcea berichtet weiter, dass in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts die geadelten walachischen Familien Bizerea und Ciornea das Besitzrecht über die Burg Drenkowa anstrebten. Johann Hunyadi soll die Zwistigkeiten der beiden um den Besitz beendet haben, als er die Burg nur Bizerea zugesprochen hat. Dr. Trâpcea zog daraus die Schlussfolgerung, dass die Burg vom neuen Besitzer wiedererrichtet wurde und der Abwehr gegen die Türken diente.

Frigyes (Friedrich) Pesty schildert in seiner „Geschichte des Severiner Banats und des Severiner Komitats - Bd.2“ (A szörényi bánság és Szörény vármegye története – Budapest – 1878) einen ganz anderen Sachverhalt. Als Dank für die dem ungarischen König erwiesenen Dienste beschenkte Albert (1438-1439) Mihály (Michael) Csornai (Ciornea), seinen Bruder Balázs (Blasius) und seine Söhne Mihály (Michael) und Miklós (Nikolaus), wie auch Miklós Bizere mit der Burg und mit den dazugehörenden Dörfern. Da während der Türkenüberfälle die Schenkungsurkunden vermisst wurden, mussten diese vom Reichsverweser Johann Hunyadi erneuert werden. Diesmal erhielt die Familie Csornai drei Viertel der Liegenschaften und die Familie Bizere ein Viertel.

Nach Pesty ist die Burg im 16. Jahrhundert unter dem Namen „Drynko“ erwähnt worden. Über den Verfall der Burg ist nichts Näheres bekannt. Es ist aber belegt, dass die Burg als verfallen und verlassen galt, als der Prätendent auf Siebenbürgens Thron Imre (Emmerich) Tököly am 29. September 1693 mit den alliierten Türken bei Drenkowa das Banater Donauufer betrat. Aber auch später wurden die Ruinen des Burgturms vom Illyrisch-Banater Grenzerregiment als Wachtposten benutzt.

Quellen:
- www.banater-aktualitaet.de/banburg08.htm (Text von Anton Zollner, 1991)
- http://jupiter.elte.hu/dranko/drankotortenet.htm (übersetzt aus dem Ungarischen)

 

 


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